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Monday, July 22, 2019
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Übersetzung ökonomischer Macht in den Bereich der Politik: Rent Seeking
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Übersetzung ökonomischer Macht in den Bereich der Politik: Rent Seeking

24 Seiten · 4,09 EUR
(März 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Bei der Analyse politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen sind nach der Konzentration auf institutionelle Rahmenbedingungen und ihre Anreize in den letzten Jahren verstärkt informelle Voraussetzungen und soziale Prozesse in den Mittelpunkt gerückt. Für den Bereich der Wirtschaft hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ökonomische Effizienz und die Senkung von Transaktionskosten nicht nur von den Institutionen einer Wirtschaftsordnung und ihrer vertraglichen Ausgestaltung abhängen, sondern grundsätzlich auch von sozialen und kulturellen Faktoren, vor allem dem Grad an Vertrauen zwischen den wirtschaftlich handelnden Akteuren. Für die Demokratie gilt, dass ihre Funktionsfähigkeit nicht nur durch eine klug konzipierte Verfassung und das politische Institutionengefüge bestimmt wird, sondern entscheidend durch das Soziale Kapital in einer Gesellschaft und die Vitalität einer spontanen Zivilgesellschaft. Schließlich haben gerade die letzten Jahre gezeigt, dass der Übergang zu einer demokratischen Gesellschaft wesentlich durch die Entwicklungspfade und die Strategien informeller Politik beeinflusst wird, die nur in Grenzen durch formelle Regeln und Institutionen gesteuert werden können. Das bedeutet nicht, dass Institutionen als unwichtig eingestuft werden.

Es bedeutet aber ein zunehmendes Bewusstsein davon, dass Institutionen sehr unterschiedlich funktionieren, je nach dem, in welches gesellschaftliche und politische Umfeld sie eingebettet sind. “Institutions matter”, aber wie stark und in welcher Weise, ist abhängig von außerinstitutionellen Faktoren und nur in eingeschränktem Maße durch das Institutionendesign selber.

Diese Einsicht gilt auch für das Thema der Übersetzung ökonomischer Macht in den Bereich der Politik, und zwar – wie ich im Folgenden am Beispiel des Rent Seeking zu zeigen versuche – sowohl was die Erfolgschancen einer solchen Übersetzung als auch die Möglichkeiten ihrer Eindämmung betrifft. Institutionen und ihre Anreize sind hierbei nicht die allein entscheidenden Größen.

Ich werde zuerst kurz daran erinnern, was man unter dem Phänomen des Rent Seeking versteht, dann werde ich einige gesellschaftliche Bedingungen nennen, die den Erfolg von Rent Seeking jenseits institutioneller politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen fördern, und schließlich werde ich dafür argumentieren, dass auch wirksame Strategien gegen Rent Seeking vor allem auf Faktoren beruhen, die nicht allein durch institutionelle Vorkehrungen gesichert werden können.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Macht in der Ökonomie
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Macht in der Ökonomie
the author
Prof. Dr. Michael Baurmann

geb. 1952, Dr. phil. – Professor für Soziologie an der Universität Düsseldorf. Arbeitsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Soziologie der Marktgesellschaft, Soziale Erkenntnistheorie.