sprache deutsch
sprache english
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Freitag, 20. Juli 2018
 Startseite » Politik  » Politikberatung 
Überwindet der konstitutionenökonomische Ansatz Grenzen der Politikberatung?
Downloadgröße:
ca. 178 kb

Überwindet der konstitutionenökonomische Ansatz Grenzen der Politikberatung?

19 Seiten · 3,47 EUR
(Oktober 2005)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Wissenschaftliche – hier verstanden als wirtschaftswissenschaftliche – Politikberatung hat Konjunktur. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass die aktuellen ökonomischen und sozialpolitischen Herausforderungen die Politik zu Reformdiskussionen zwingen. Speziell die seit drei Jahrzehnten anhaltende und sich mit zunehmender Dauer eher verstärkende Arbeitsmarkt- und Beschäftigungskrise zeigt ihre Wirkung im Staatshaushalt und bei den Systemen der sozialen Sicherung. In Anbetracht enger werdender Spielräume für die Politik ist ökonomischer Sachverstand gefragt. Daran mangelt es nicht, wenn man berücksichtigt, dass allein die rot-grüne Bundesregierung zwischen 1998 und April 2003 insgesamt 1.720 Gutachten vergeben hat (Tietzel/Müller 2004). Stellt man weiter in Rechnung, dass eine große Zahl von Kommissionen der Politikberatung auf Bund-Länder-Ebene dient (vgl. Welfens in diesem Band), so scheint zwar mit den wachsenden ökonomischen Problemen die Inanspruchnahme der Politikberatung durch die Politik zu steigen, dem stehen jedoch nicht in gleichem Maße Erfolge bei der Problemlösung gegenüber.

Bei der Suche nach den Ursachen stößt man auf die üblichen Verdächtigen:

- Die Politik respektive die Politiker zeigen sich beratungsresistent.

- Die Politiker erwarten eindeutige Vorschläge, die Wissenschaftler können diese nicht liefern oder sich nicht auf einen Vorschlag einigen.

- Die Vorschläge der Wissenschaftler gelten politisch als nicht durchsetzbar.

- Die Wissenschaftler sind nicht in der Lage, den Adressaten die Vorschläge verständlich zu vermitteln.

- Die Adressaten haben nicht das notwendige Fachwissen, um die Vorschläge nachvollziehen zu können.

Die hier nicht abschließend, sondern nur exemplarisch aufgeführten möglichen Ursachen für Grenzen der Politikberatung lassen sich mit unterschiedlichen theoretischen Erklärungsansätzen verbinden. Daraus resultieren dann gegebenenfalls auch unterschiedliche Empfehlungen zur effizienteren Gestaltung der Politikberatung.

Im Folgenden geht es nicht um den systematischen Vergleich solcher Ansätze und Empfehlungen. Ausgangspunkt ist vielmehr die Frage, ob der Kritik an der traditionellen Sicht der Politikberatung bei neueren Ansätzen soweit Rechnung getragen wird, dass sie deren Schwächen vermeiden. Dabei ist dann natürlich auch von Interesse, ob sie in anderer Hinsicht Anlass zur Kritik bieten. In diesem Beitrag wird diesen Fragen exemplarisch in Bezug auf den konstitutionenökonomischen Ansatz nachgegangen. Einige ergänzende Bemerkungen beziehen sich auf den wirtschaftsethischen Ansatz von Homann und Pies.

Eingangs wurde bereits festgestellt, dass es um ökonomische Politikberatung geht. Insofern soll abschließend die Frage gestellt werden, ob es eher um Grenzen der Politikberatung oder um Grenzen der ökonomischen Theorie geht, oder – anders gefragt – ob die Probleme der ökonomischen Politikberatung solche der theoretischen Modellierung von Politikberatung sind, oder aber auf die Schwierigkeiten der ökonomischen Wissenschaft hinweisen, praxisbezogene Lösungen für die aktuellen ökonomischen Probleme anbieten zu können.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Glanz und Elend der Politikberatung
Uwe Jens, Hajo Romahn (Hg.):
Glanz und Elend der Politikberatung
Der Autor
Hajo Romahn

Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomik, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für beratende Sozial- und Wirtschaftswissenschaften – Gerhard Weisser-Institut.

[weitere Titel]