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Dienstag, 17. Juli 2018
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Ursachen und Wirkungen der Dollarisierung von Entwicklungsländern

Ein Erklärungsansatz unter besonderer Berücksichtigung Boliviens

"Studien zur Monetären Ökonomie"  · Band 26

219 Seiten ·  29,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-314-8 (Oktober 2000 )

 
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Anders als die politisch gewollte Währungsunion stellt die Dollarisierung ein Marktergebnis dar, in dem die Präferenz für Fremdwährung so stark geworden ist, daß es sich nicht mehr lohnt, ihr geldpolitisch entgegenzuwirken. In der aktuellen Debatte um die optimale Gestaltung der Währungssysteme von Entwicklungsländern wird dieser Unterschied oft verwischt, weil die Dollarisierung allein als Wechselkursregime interpretiert wird.

In dieser Arbeit wird Dollarisierung demgegenüber als Ausdruck einer fundamentalen monetären Schwäche betrachtet. Diese resultiert aus einer dauerhaft überbewerteten Währung, die mit Kapitalimporten, Leistungsbilanzdefiziten und einer zunehmenden Auslandsverschuldung einhergeht. Im Zeitablauf verschiebt sich die Währungspräferenz zugunsten ausländischer Währung, so daß die Geldfunktionen der heimischen Währung sukzessive ausgehöhlt werden. Auch die nahezu vollständige Verdrängung heimischer Währung durch Fremdwährung erlaubt jedoch allenfalls einen partiellen Import monetärer Stabilität, was sich in hohen Realzinsen, einem instabilen Finanzsektor und einer Stagnation der Einkommensbildung niederschlägt. Die Dollarisierung als währungspolitische Strategie sanktioniert diesen Zustand, schafft aber keine Entwicklungsperspektiven.

Die Kriterien einer Überbewertung werden im Kontext gängiger Wechselkurstheorien herausgearbeitet. Zur Erklärung der individuellen Währungspräferenz werden verschiedene Ansätze der Geld- und Kassenhaltungsmotive herangezogen. Das Marktergebnis der Dollarisierung sowie das damit verbundene Phänomen der Hysterese wird im Rahmen eines einfachen Währungssubstitutionsmodells diskutiert. Eine Einordnung unterschiedlicher Interpretationen des lender of last resort dient dazu, den Verlust der Zentralbank in der dollarisierten Ökonomie zu bewerten. Auf dieser Grundlage werden die Folgen der Dollarisierung für das Finanzsystem dargestellt. Im Verlauf der Arbeit wird insbesondere auf Daten und empirische Befunde Boliviens zurückgegriffen, das so zum illustrierenden Fallbeispiel einer dollarisierten Ökonomie stilisiert wird.


dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Das Argument, 244/2002, S. 242-243
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