sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Monday, July 22, 2019
 Startseite » Geschichte  » Wissenschaftsgeschichte  » Sekundärliteratur 
Utilitaristische Theorie und Praxis
Downloadgröße:
ca. 353 kb

Utilitaristische Theorie und Praxis

17 Seiten · 3,81 EUR
(August 2014)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

In der Figur John Stuart Mill kommen mehrere Faktoren zusammen, die ihn als einen ausgesprochen "politischen" Denker erscheinen lassen. Der erste ist, dass er sich selbst durchweg als öffentlicher Denker verstand. Seine enorme Produktivität zielte weniger auf akademische Beiträge als auf Schriften für die Öffentlichkeit. Heute würden wir einen entsprechenden Denker vielleicht eher als "politischen Publizisten" denn als akademischen Philosophen ansprechen. Nicht zufällig veröffentlichte er vorwiegend in Medien, die sich den gehobenen Publikumszeitschriften zurechnen lassen. Einige Jahre (von 1837 bis 1840) war er sogar selbst Herausgeber (und Besitzer) eines Mediums dieser Art, der von Jeremy Bentham gegründeten und bis 1914 weitergeführten Westminster Review, dem politischen Organ der sogenannten Radicals. Entsprechend ist sein Schreibstil dem Zeitgeist folgend rhetorisch überhöht, aber doch eindeutig populär und allgemeinverständlich.

Beigetragen hat das nicht zuletzt zu dem enormen Publikumserfolg vieler seiner Schriften, vor allem der Grundsätze der politischen Ökonomie. Darüber hinaus hatte Mill durchaus auch selbst Interesse daran, seine Botschaften "unters Volk zu bringen". In seiner Autobiographie bemerkt er – ganz ohne Selbstkritik –, dass er keine Gelegenheit ausgelassen habe, seine Auffassungen zu verbreiten. Man wird vielleicht sogar sagen können, dass das Wort von dem "jugendlichen Propagandismus", mit dem Mill das vierte Kapitel der Autobiographie überschrieben hat, keineswegs nur auf den jugendlichen, sondern auf den ganzen Mill zutrifft. Mill hat auch ganz konkrete Schritte unternommen, seine Philosophie zu popularisieren. 1865 veranstaltete er eine preiswerte Volksausgabe der wichtigsten seiner Schriften, damit sie für die Leser in der arbeitenden Klasse erschwinglich wurden: die Grundsätze, die Schrift über Freiheit und die zur repräsentativen Regierung. Durch den Verzicht auf die Hälfte des Autorenhonorars ermöglichte er es dem Verleger, den Preis zu senken. Die Auflage war äußerst erfolgreich. Die für die Grundsätze berechnete Auflage von 10.000 Exemplaren war nach kurzer Zeit verkauft.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ökonomie Nach-Denken
Hans G. Nutzinger, Herwig Unnerstall und Gotlind Ulshöfer (Hg.):
Ökonomie Nach-Denken
the author
Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher
Dieter Birnbacher

geb. 1946, Professor für Philosophie i. R. an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Utilitarismusstudien, Hauptarbeitsgebiete: Ethik, Angewandte Ethik, Anthropologie.

[weitere Titel]