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Sonntag, 18. November 2018
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Utopie und Internet
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Utopie und Internet

Engelhardts Überlegungen zum Utopie-Begriff im Lichte neuerer Entwicklungen

10 Seiten · 2,31 EUR
(Februar 2001)

 
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Aus der Einleitung:

„Man sage nicht, das niemand mehr Utopien zu formulieren wage. Die neueste Erlösungshoffnung, die von Cyberfans all over the world beschworen wird, besteht aus einem erdumspannenden Gemeinschaftskörper, der das gesamte Wissen der Menschheit bündelt und mit Nervenbahnen aus Computerverbindungen alle Probleme von Demokratie & Co. zu lösen weiß.“ Dieses Zitat von Ute Scheub ist einer Artikelserie vom Sommer 2000 aus der „taz“ über Utopien entnommen. Betrachtet man die unterschiedlichen Themenfelder der einzelnen Artikel, die von kommunitaristischen Ideen eines neuen Gemeinschaftssinns über die in dem obigen Zitat angesprochene Verortung der Utopie im virtuellen Raum bis hin zur Selbstverwirklichung des Einzelnen als Utopie vom besseren Leben reichen, so scheint der Utopiegedanke durchaus Konjunktur zu haben.

Die Artikelserie ist unserem Jubilar sicherlich aufgefallen und er hat sie neben vielen Tausenden von Artikeln zu seinem wissenschaftlichen Lieblingsobjekt „den Utopien“ hinzugefügt. Dort befindet er sich dann in bester Gesellschaft bei Engelhardt interessierenden und in einigen Dutzend Fällen von ihm selbst stammenden Arbeiten über die mittelalterliche Utopia von Thomas Morus, die ersten genossenschaftliche Ansätze von Robert Owen in New Lanark in England Anfang des 19. Jahrhunderts oder die nicht zuletzt von Gorbatschow angestoßenen Demokratisierungsbewegungen in Rußland.

Utopie ist sowohl für Engelhardt als auch im Sinne der taz-Serie nicht nur der große Wurf, etwa eines neuen Staates, einer neuen Gesellschaftsordnung im Sinne von Thomas Morus. Der von Engelhardt gewählte Utopiebegriff zielt vielmehr auch auf die vorläufigen Denk– und Handlungsentwürfe (die konkreten Utopien), die letztlich zu einer Veränderung der tatsächlichen Gegebenheiten führen.

Verdeutlichen läßt sich diese Akzentuierung am Beispiel von New Lanark. Dem ganzheitlichen Lebensentwurf des Frühsozialisten Robert Owen gilt fraglos das Interesse Engelhardts, der wie er es auch nennt „atheistischen Religion der Vernunft“. Owen wollte die soziale Lage der Arbeiter verbessern und war von dem Gedanken überzeugt, daß die Menschen unbegrenzt erziehbar und somit zu guten Menschen zu entwickeln seien.

Ein solch umfassender Ansatz war aber nicht nur in England zum Scheitern verurteilt, auch ein späterer Versuch Robert Owens in Amerika mißlang. Owen kann daher zwar als Wegbereiter bezeichnet werden, der erste konsumgenossenschaftliche Ansätze verwirklichte, indem in seiner Baumwollspinnerei Lebensmittel, Brennmaterial und Kleidung für die Arbeiter eingekauft und fast zum Selbstkostenpreis abgegeben wurden, Owens Bedeutung war aber insbesondere in der Rolle des Vordenkers zu sehen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der Autor
Dr. Michael Heister

Studium der Volkswirtschaft mit den Schwerpunkten Genossenschaftswesen und Sozialpolitik an der Universität zu Köln; seit 1992 Referent im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung; derzeitige Arbeitsschwerpunkte: bilaterale sozialpolitische Zusammenarbeit, sozial-politische Beratung mittel- und osteuropäischer Staaten.