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Monday, August 19, 2019
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Utopien der Ernährung & Visionen der Vernunft
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Utopien der Ernährung & Visionen der Vernunft

6 Seiten · 2,23 EUR
(April 2014)

 
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Aus der Einleitung:

Dass Menschen, jetzt in diesem Moment, auf diesem Planeten emporgekommener Herrentiere verhungern, ist – was jeder aufgeklärte Bürger dieses Staates weiß – ein Skandal der Vernunft und durch nichts zu entschuldigen. Kant beschwor im Jahre 1795 aus eben solchen Vernunftgründen einen "Ewigen Frieden" zwischen den Völkern und führte dem aufgeklärten Primaten im Zeichen der französischen Revolution die Voraussetzungen für einen Völkerbund und eine Weltregierung vor Augen. Der Völkerbund hat zwar auf sich warten lassen, aber immerhin die UNO existiert noch, agiert aber oft fernab der Vernunft. Vernünftig, gerecht und immer noch aktuell ist es, zu glauben, dass jedem Menschen die täglichen Mittel zum physischen "nackten" Leben garantiert werden müssen. Dies ist nicht nur möglich, sondern auch notwendig, weshalb es wirklich werden müsste. Wer wollte dies bezweifeln? Dies mag in der Theorie richtig sein, tauge aber nicht für die Praxis, könnte man mit einem weiteren Schriftentitel Kants als Realvernünftler entgegenhalten. Die Praxis unterläuft nicht nur diese Vision der Vernunft, sondern nahezu jede Utopie der Ernährung. Vegetarier, Veganer oder Naturaner wissen davon zu berichten. Im Folgenden soll es aber weder um transzendentalphilosophische Vernunftargumente für eine gerechte Weltpolitik der Ernährung gehen, noch um die Einwände und hohen Wände der Praxis. Es geht um anregende Utopien, die im Verlaufe der Geschichte der Menschheit dem Einzelnen, Gruppen oder ganzen Staaten als Generatoren für eine bessere Zukunft dienten oder dienen sollten. Utopien sollen den Kulinariern auf diesem Planeten nicht den Appetit verderben. Doch haben sie durchaus eine Tendenz, den – ästhetisch betrachtet – guten Geschmack ethischpolitisch betrachtet ein wenig zu irritieren. Jedenfalls bieten Utopien ein Arsenal theoretischer Argumente und praktischer Konzepte für eine gerechtere Zukunft der Welternährung.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Essen & Moral
Franz-Theo Gottwald, Isabel Boergen (Hg.):
Essen & Moral
the author
Prof. Dr. Hans Werner Ingensiep
Hans Werner Ingensiep

ist Professor für Philosophie und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Duisburg-Essen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Biophilosophie und Bioethik.