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Sunday, May 19, 2019
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Verfügungsmacht und Wirtschaftswachstum: Zur Rolle des Parteisekretärs im chinesischen Reformprozess
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Verfügungsmacht und Wirtschaftswachstum: Zur Rolle des Parteisekretärs im chinesischen Reformprozess

24 Seiten · 4,09 EUR
(März 2008)

 
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Aus der Einleitung:

In den vergangenen Jahren sind eine Reihe von Erklärungsmodellen für das rasante Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft angeboten worden (Maddison 2007). Hansjörg Herr (2002) und Jan Priewe (2005) betonen die Rolle des chinesischen Währungssystems und die Unterbewertungsstrategie der chinesischen Regierung. Mit Blick auf die ungeklärte Eigentumsfrage und die besondere Stellung lokaler Partei- und Staatskader für die Reformära ist der institutionenökonomische Ansatz von Jean C. Oi (1999) hervorzuheben, worin sie ihr Local-Coporate-State-Modell entworfen hat. Barry Naughton (1995) stellt ebenso wie Jean C. Oi fest, dass der Privatisierung von Staatseigentum bis weit in die 1990er Jahre hinein eine nur untergeordnete Rolle zukomme und konzentriert sich auf die zweigleisige Preisstrategie der chinesischen Autoritäten, mit unterschiedlichen Preisen für den Staats- und den Privatsektor. Der hier vorgelegte Erklärungsansatz identifiziert die Autoritäten selbst, allen voran die Parteisekretäre und ihre besondere Machtposition in der chinesischen Volkswirtschaft, als Schlüssel zum Verständnis dieses bislang beispiellos erfolgreichen Transformationsprozesses.

Im Laufe der folgenden Argumentation wird deutlich werden, dass es weder für ein umfassendes Verständnis von einer modernen, westlichen geldwirtschaftlichen Ökonomie noch im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Erklärungsmodells für das gegenwärtige chinesische Wirtschaftssystem ratsam ist, von einer prinzipiellen Gleichrangigkeit aller Marktteilnehmer auszugehen. Es liegt im Gegenteil für eine jede Wirtschaftsordnung nahe, grundsätzlich von einer Hierarchie und damit von unterschiedlich mächtigen Akteuren sowie von einer Arbeitsteilung von Vermögenseigentum, Verfügungsmacht über Vermögen und Vermögensbesitz auszugehen. Im Falle der VR China wird schließlich die politische und ökonomische Macht der kommunistischen Parteisekretäre und die der KP Chinas (CCP) insgesamt hervorzuheben sein.

Auf eine kurze Beschreibung der Ausgangslage zu Reformbeginn (2.) folgt eine zusammenfassende Erläuterung der monetär-keynesianischen Entwicklungstheorie (3.), die dann als Grundlage für die anschließende Erklärung des chinesischen Entwicklungsmodells dient (4. bis 6.). Ein Resumé beschließt den Beitrag (7.).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Macht in der Ökonomie
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Macht in der Ökonomie
the author
Frank Diebel

geb. 1971, Sinologe – Lehrbeauftragter für vergleichende Wirtschaftsgeschichte in China und Europa an der Fachhochschule für Wirtschaft (Berlin School of Economics). Arbeitsschwerpunkte: soziale, ökonomische und politische Auswirkungen der gegenwärtigen Reformpolitik in der Volksrepublik China.