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Vertrauen, Institutionen und mentale Modelle
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Vertrauen, Institutionen und mentale Modelle

25 Seiten · 4,77 EUR
(02. Juni 2006)

 
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Aus der Einleitung des Beitrags:

Vertrauen ist ein äußerst vielschichtiges und sehr komplexes Phänomen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es zwar jedem Menschen aus seiner Alltagserfahrung bekannt ist, theoretisch jedoch nicht so leicht greifbar zu sein scheint. Dabei ist Vertrauen in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, insbesondere der Psychologie, der Soziologie und der Ökonomik, bereits häufig Gegenstand unterschiedlicher Untersuchungen gewesen. Unbestritten ist, dass Vertrauen für das Zustandekommen von Kooperationen eine hohe Bedeutung hat. Das Eingehen von Kooperationen zwischen Menschen oder korporativen Akteuren ist nämlich nicht selbstverständlich. Wenn man von der Überlegung ausgeht, dass Akteure nicht nur gemeinsame, sondern immer auch gegensätzliche Interessen verfolgen, wird Kooperation zu einem durchaus erklärungsbedürftigen Phänomen. Vor diesem Hintergrund will unser Beitrag folgende 3 Thesen entfalten:

Grundthese 1: Kooperationen sind abhängig von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, vor deren Hintergrund Akteure miteinander interagieren. Unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft gewinnen Institutionen dabei immer mehr an Bedeutung. Durch die Herstellung einer berechenbareren Verhaltenserwartung können sie eine vertrauensfördernde Funktion entfalten.

Grundthese 2: Hierbei ist zu beachten, dass die Wahrnehmung von Interaktionen und ihren Ausgangsbedingungen entscheidend durch die vorherrschenden mentalen Modelle (mental models ) geprägt wird, die menschliches Erleben vor einem bestimmten Wertehintergrund strukturieren und interpretieren. Die Akzeptanz und Wirksamkeit von Institutionen hängt somit maßgeblich von den Denkmodellen der betroffenen Akteure ab: Es kommt zum Aufbau (Abbau) von Vertrauen, wenn die vorherrschenden mentalen Modelle mit den Institutionen (nicht) kompatibel sind.

Grundthese 3: Es ist eine der primären Aufgaben einer modernen Ethik, vorherrschende mentale Modelle zu untersuchen, zu reflektieren und ggf. durch positive Aufklärung zu ihrer Neuorientierung beizutragen.

Diese Gedanken werden nachfolgend näher ausgeführt. Abschnitt 2 nimmt zunächst eine interaktionsökonomische Rekonstruktion des Vertrauensphänomens vor. Es gilt zu zeigen, dass Institutionen in der modernen Gesellschaft für den Aufbau von Vertrauen eine immer wichtigere Rolle spielen. Davon ausgehend, charakterisiert Abschnitt 3 das Zusammenspiel von Institutionen und mentalen Modellen. Kommt es zu Divergenzen zwischen ihnen, besteht die Gefahr einer Erosion von Vertrauen. Bei der Lösung dieses Problems kann Ethik, verstanden als Wissenschaft von der Moral, einen wichtigen Beitrag leisten. Diese Überlegungen werden im Abschnitt 4 konkretisiert. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung in Abschnitt 5.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reputation und Vertrauen
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Reputation und Vertrauen
the authors
Markus Beckmann

Dipl.-Kulturw. – Doktorand am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Arbeitsschwerpunkte: Wirtschafts- und Unternehmensethik, Corporate Citizenship.

Thomas Mackenbrock

Doktorand am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Arbeitsschwerpunkte: Wirtschafts- und Unternehmensethik, Krisenmanagement in Unternehmen.

Prof. Dr. Ingo Pies

Professor für Wirtschaftsethik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Akademischer Direktor des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik. Arbeitsschwerpunkte: Wirtschafts- und Unternehmensethik, Institutionenökonomik, Ordnungspolitik und Global Governance, Corporate Citizenship.

[weitere Titel]
Markus Sardison

Doktorand am Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik. Arbeitsschwerpunkte: Wirtschafts- und Unternehmensethik, Institutionenökonomik, Global Governance.