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Vertrauen in Rechtssysteme und seine Bedeutung für Transaktionen
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Vertrauen in Rechtssysteme und seine Bedeutung für Transaktionen

26 Seiten · 4,90 EUR
(02. Juni 2006)

 
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Aus der Zusammenfassung des Beitrags:

Ob Vertrauen eine sinnvolle Funktion entfaltet und juristisch „gilt“, hängt davon ab, inwiefern Unsicherheit und Machtgefälle zwischen Vertrauensnehmern und Vertrauensgebern bestehen. Auch das Recht selbst kann zumindest teilweise als unsicher wahrgenommen werden, als nicht völlig berechenbar, aber mächtig genug, zu nützen oder zu schaden. Neben Vertrauen oder Misstrauen gibt es noch weitere Haltungen, die gegenüber der Unsicherheit des Rechts und des Verhaltens anderer angemessen(er) sein mögen. Soweit Vertrauen gleichwohl waltet, kann es durchaus Wirkungen auf wirtschaftliche Transaktionen zeitigen, d.h. sie ermöglichen oder vereiteln, erleichtern oder behindern.

Wir dürfen bei diesem Befund keineswegs stehen bleiben, sondern sollten die betroffenen Transaktionen einer normativen Bewertung unterziehen, sie also moralisch, ethisch und/oder rechtlich beurteilen. Dann aber stellt sich heraus, dass Vertrauen in Rechtssysteme leider auch wirtschaftliche Transaktionen fördert, die als Ausbeutung (z.B. Externalisierung von Kosten zum Schaden anderer, Betrug, Vertragsbruch, Erpressung, Wucher etc.) zu werten sind. Insofern verdient solches Vertrauen wiederum unser Misstrauen.

Das Verhältnis von Rechtssicherheit und Vertrauen ist das eines Gegensatzes, aber dieser Gegensatz ist nicht derjenige der notwendigen Ergänzung. Das Recht wird paradoxerweise durch die mehrdeutige „Rechtssicherheit“ prinzipiell unsicher und manchmal sogar ungerecht. Diese Risiken mit Vertrauen zu kompensieren, ist für aufgeklärte Bürger in einem pluralistischen, demokratischen Rechtsstaat inadäquat. Sie sollten das Rechtssystem so weit wie ihnen möglich kennen lernen, es auf sichere Distanz halten und ihm gegenüber skeptische Aufmerksamkeit üben. Dagegen sind paranoides Misstrauen, aber auch das Pathos, womit Vertrauen gefordert wird, unangebrachte Extremhaltungen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reputation und Vertrauen
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Reputation und Vertrauen
the author
Prof. Dr. Torsten Tristan Straub

Professor für Internationales und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin. Arbeitsschwerpunkte: vergleichende Rechtswissenschaft, Wirtschaftsverfassungsrecht, normative Fragen der Ökonomik.