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Sonntag, 22. Juli 2018
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Vier Skizzen zur Ökonomie der Zeit
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Vier Skizzen zur Ökonomie der Zeit

14 Seiten · 3,77 EUR
(Mai 2017)

 
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Aus der Einleitung:

Alles beginnt mit der Zeit, wenn Jacques Derrida mit den ihm eigenen philosophischen Mitteln der Ökonomie auf den Grund zu kommen versucht. "Donner le temps" (1991), zu deutsch "Zeit geben" (1993), heißt es im Untertitel von "La fausse monnaie" alias "Falschgeld", in dem er unter anderem den "Wahnsinn der ökonomischen Vernunft" (1993: 49-96) dekonstruiert bzw. kenntlich macht, der für deren Funktionstüchtigkeit und Aporien gleichermaßen konstitutiv ist.

Zeit geben – das ist von programmatischer Bedeutung. Normalerweise räumt man heute jemandem Zeit ein, und einer Sache gibt man Raum. Im Räumlichen liegt die Realität, nicht in der Zeit. Auch wenn ausdrücklich von der Zeit die Rede ist, kommen immer sehr schnell räumliche Metaphern zum Zuge. Auch Zeit wird zum Raum. Man richtet sich gemeinhin nach der Uhr. Die Chronometrie quantifiziert Zeit. Sie zerlegt sie, um sie erfahrbar oder besser: brauchbar und verwertbar zu machen, in Abschnitte, zu Stücken. Wenn es darum geht, sich seine Zeit einzuteilen oder etwas Vernünftiges mit ihr anzufangen, um aus seiner Zeit etwas zu machen, erscheint sie imaginär als eine mehr oder weniger verfügbare, quasi gegenständliche Menge, auf die man nach Belieben und Bedarf zugreifen kann. Sie ist in dieser Form einerseits in Massen einfach da und vorhanden, wenn auch andererseits für den persönlichen Gebrauch eigentlich immer zu knapp, zu flüchtig. Lebenszeit ist vergänglich, die Weltzeit ist es nicht.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Welt kostet Zeit
Birger P. Priddat, Verena Rauen (Hg.):
Die Welt kostet Zeit
Der Autor
Dr. Wolf Dieter Enkelmann
Wolf Dieter Enkelmann

Direktor für Forschung und Entwicklung, Institut für Wirtschaftsgestaltung, München.

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