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Samstag, 15. Dezember 2018
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Volkswirtschaftliche Effekte des gegenwärtigen Bildungssystems
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Volkswirtschaftliche Effekte des gegenwärtigen Bildungssystems

26 Seiten · 3,89 EUR
(Juli 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Die Ausgestaltung des Bildungssystems hat weit reichende Folgen. Humankapital ist wichtig für die technologische Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Die Position im internationalen Wettbewerb muss vor allem durch neue, wissensintensive Produkte und Dienstleistungen verteidigt werden. Dabei gilt, dass nicht nur für die Entwicklung neuer Technologien, sondern auch für deren Umsetzung, Anwendung und Verbreitung hoch qualifizierte Arbeitskräfte unerlässlich sind. Gut ausgebildete Menschen sind daher ein wichtiger Standortfaktor für die Investitionsentscheidungen von Unternehmen (Barro 1997) und eine entscheidende Determinante für die Wohlstandsentwicklung von Regionen und Nationen. Mit zunehmender Qualifikation der Arbeitnehmer steigt bei gegebenen Lohnkosten die Attraktivität der Region. Fehlen jedoch qualifizierte Arbeitskräfte und sind die Lohnkosten zudem relativ hoch, so meiden Investoren den Standort oder bestehende Unternehmen werden verlagert. Da zudem die Produktivität eines Arbeitnehmers von der Produktivität der anderen abhängt, kommt es zu Agglomerationseffekten. Deshalb ist ein hohes Humankapital unerlässlich, um Realkapital und Hochqualifizierte gleichermaßen zu attrahieren und in der Region zu halten. Der demografische Wandel führt ohne grundlegende Reformen der Sozialsysteme zu einer steigenden Abgabenlast (Knappe et al. 1994). Ferner wird die Zahl der Arbeitskräfte künftig abnehmen. Daher werden für Deutschland Befürchtungen laut, dass in Zukunft nicht mehr genügend Humankapital zur Verfügung steht, um den produktiven Einsatz des Sachkapitals zu ermöglichen und damit im Innovationswettbewerb mithalten zu können. Damit Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen gerät, ist es erforderlich, nicht genutzte Bildungspotenziale besser als bislang zu nutzen. Gegenwärtig weisen zu wenig Jugendliche die erforderlichen Qualifikationen auf, die für die Ausübung einer Berufsausbildung erforderlich sind. Diese Versäumnisse bei der Förderung von Bildungspotenzialen bei Kindern oder Jugendlichen verursachen später erhebliche Kosten durch Maßnahmen der Nachqualifizierung oder durch notwendige Transferzahlungen.

Vor diesem Hintergrund soll zunächst eine zusammenfassende Bewertung der volkswirtschaftlichen Effekte eines Bildungssystems vorgenommen werden. Darauf aufbauend werden Handlungsfelder definiert, die das Bildungssystem dazu befähigen sollen, zusätzliche volkswirtschaftliche Erträge zu generieren. Zur Beurteilung des Bildungssystems wird daher auf dessen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Ergebnisse näher eingegangen. Anhand der Lehrervergütung soll exemplarisch gezeigt werden, dass der Input allein nicht ausschlaggebend ist, sondern dessen Verknüpfung mit effizienten Rahmenbedingungen. Der Aufsatz schließt mit einer Zusammenfassung.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der Autor
Dr. Axel Plünnecke

Jg. 1971, Referent Bildungsökonomie am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Arbeitsschwerpunkte: Bildungsökonomie, Demografie, Wachstum.

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