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Vom Stakeholder Management zur globalen Governance
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Vom Stakeholder Management zur globalen Governance

16 Seiten · 4,55 EUR
(03. November 2008)

 
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Aus der Einleitung des Herausgebers:

War in meinem (Wieland) Beitrag noch die Theorie der Firma der Horizont der Erörterung und in Schramms Beitrag eine ontologische Begründung von Governanceformen, so ist es bei Guido Palazzo die Perspektive des demokratischen Diskurses der Gesellschaft. Aus dieser heraus formuliert er seine Kritik an den etablierten Stakeholdertheorien, denen er im Wesentlichen mangelnde Reichweite, eine mechanistische Weltwahrnehmung und ein reaktives sowie nicht selbstreferenzielles Handlungsmodell vorwirft. Daraus folgt, so Palazzo, für die globalen Verhältnisse der heutigen Wirtschaft eine zu enge Vorstellung von Unternehmensverantwortung, die den radikal veränderten Konstellationen von Themen, Akteuren und Methoden nicht Rechnung trägt. Ein wirklich erfolgreiches Stakeholdermanagement, so Palazzo weiter, muss zur Kenntnis nehmen, dass es in einer postnationalen Konstellation Verantwortungsübernahme nur noch in der Übernahme politischer Verantwortung durch Unternehmen geben kann, deren Legitimität durch den deliberativen Diskurs der Öffentlichkeit hergestellt werden muss. Kritisch im Hinblick auf die Governanceethik führt er aus, dass deren Entwicklung zu einer politischen Unternehmensethik nach wie vor nicht zu Ende gedacht ist. Zwar seien mit dem Begriff der Lokalität und dem Begriff der Kooperation sowohl das Problem als auch dessen Lösung benannt, nämlich dass in der postnationalen Konstellation nicht mehr von Lokalität sinnvoll die Rede sein könne, sondern nur noch von einer weltweiten Kooperation; aber immerhin traut er dem Begriff der Governance und vor allem auch dem der Corporate Governance zu, nämlich dann, wenn er zur politischen Governance entwickelt wird, eine Antwort auf die Fragen des globalen Wandels zu geben. Der Hinweis auf eine noch nicht zu Ende gedachte politische Governanceethik ist sicherlich zutreffend. Dennoch glaube ich, dass alles ethische Handeln, und das zeigt ja auch der Artikel von Schramm, am Ende des Tages lokal ist. Tm ist ein Ereignis, das auftaucht, Gestalt annimmt und dann wieder vergeht, und moralische Entscheidungen beziehen sich auf solche Ereignisse – zumindest ist das die Idee der Governanceethik. Diese Lokalität aufzugeben für eine mehr oder weniger unklare „Lösung globaler Gerechtigkeitsprobleme“ hat zwar den Charme einer scheinbar adäquaten Problemanzeige unserer heutigen Gesellschaft, verkennt aber aus meiner Sicht die gerade bei Luhmann, Whitehead und in der Transaktionskostentheorie verankerte Auffassung, dass es Ereignisse sind, die moralische Fragen hervorbringen und im Hinblick auf diese auch entschieden werden müssen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the authors
Prof. Dr. Guido Palazzo
Guido Palazzo

Promotion bei Walther Ch. Zimmerli an der Universität Marburg, Lehrstuhl für Angewandte Philosophie. Seit März 2003 unterrichtet er Unternehmensethik an der Ecole des Hautes Etudes Commerciales der Universität Lausanne. Prof. Palazzo berät führende Unternehmen in Deutschland und der Schweiz zu unternehmensethischen Fragestellungen.

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Dr. Frank Bönker

Frankfurter Institut für Transformationsstudien (FIT), Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (O

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