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Samstag, 21. Juli 2018
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Von Fortschritt zu Wachstum und Entwicklung

Über den ideengeschichtlichen Ursprung der ökonomischen Wachstums- und Entwicklungstheorie in der materialen Geschichtsphilosophie der französischen und schottischen Aufklärung

"Ökonomische Essays"  · Band 19

179 Seiten ·  19,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1327-5 (August 2018 )

 
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Vergleicht man die ökonomische Wachstums- und Entwicklungstheorie mit der materialen Geschichtsphilosophie, so fällt auf, dass sich beide begrifflich kaum voneinander unterscheiden lassen. Genau genommen handelt es sich bei Wachstums- und Entwicklungstheorien um abgeschwächte Geschichtsphilosophien. Dies liefert eine gewisse Evidenz dafür, dass die ökonomische Wachstums- und Entwicklungstheorie und die materiale Geschichtsphilosophie ideengeschichtlich miteinander verwandt sein könnten. Wirft man dann einen Blick auf die Ahnenreihe beider Disziplinen, stößt man auf erstaunliche personelle Überschneidungen. So haben Protagonisten der materialen Geschichtsphilosophie häufig auch bedeutende Beträge zur Ökonomik geleistet.

Erklären lässt sich das damit, dass ökonomische Wachstums- und Entwicklungstheorien aus der Zeit der klassischen Nationalökonomie stammen und damit selbst ein Produkt des Zeitgeistes - des Fortschrittsglaubens der Aufklärung - sind, der auch materiale Geschichtsphilosophien hervorgebracht hat. Dabei stehen die frühe Wirtschaftstheorie und die materiale Geschichtsphilosophie in einem bemerkenswert interdependenten Verhältnis zueinander: Einerseits haben die Verfasser der materialen Geschichtsphilosophie Kenntnisse der sich gerade zu etablieren beginnenden Ökonomik in ihre Geschichtskonzeptionen inkorporiert, andererseits kam es zur Rückkopplung mit der Wirtschaftstheorie, innerhalb derer sich die Wachstums- und Entwicklungstheorie als Teildisziplin im Kanon der wirtschaftswissenschaftlichen Fächer aufzustellen begann. Das vorliegende Essay versucht diesen ideengeschichtlichen Prozess, in dem sich die materiale Geschichtsphilosophie und die Wirtschaftstheorie gegenseitig befruchtet haben, nachzuzeichnen. Dafür zeigt es zunächst an den Beispielen von Quesnay und Montesquieu, wie sich ursprünglich eine unhistorische Ökonomik und eine unökonomische Geschichtsphilosophie unvermittelt gegenüberstanden, um dann zu schildern, wie es bei Turgot und Smith allmählich über eine ökonomische Geschichtsphilosophie und eine historische Ökonomik zu einer Annäherung der beiden Disziplinen kam. Schließlich zeigt das Essay, wie hieraus bei Ricardo und List die ökonomische Wachstums- und Entwicklungstheorie entstehen konnte.


Der Autor
Christian E. W. Kremser
Christian E. W. Kremser

absolvierte ein Doppelstudium in Wirtschaftswissenschaften (M. Sc.) und Philosophie (M.A.) an der Fernuniversität in Hagen und der Johann Wolfgang von Goethe-Universität Frankfurt am Main. Nach seinem Studium war er Übungsleiter und Lehrbeauftragter am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim und Heilbronn. Derzeit ist er Referent im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn. Neben seiner Berufstätigkeit promoviert er bei Prof. Dr. Dres. h.c. Bertram Schefold über die Vorstellung ökonomischer Utopien in der Ideengeschichte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Wirtschaftsphilosophie, Wirtschaftsethik, Wissenschaftstheorie der Wirtschaftswissenschaften und ökonomische Theoriegeschichte.

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