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Vorwort: Reformpolitik für das Modell Deutschland
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Vorwort: Reformpolitik für das Modell Deutschland

9 Seiten · 2,34 EUR
(16. Oktober 2009)

 
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Aus der Einleitung:

In der großen Krise, in der sich die Probleme von der Finanzwirtschaft in die Realwirtschaft, von der Realwirtschaft in die Gesellschaft und von der Gesellschaft in die mentalen Tiefenschichten des sozialen Lebens fressen, reicht es nicht aus, von Entscheidung zu Entscheidung zu denken. Die politischen Akteure, die in diesen Zugzwängen handeln müssen, verdienen Respekt, stehen aber auch vor der Herausforderung, das Krisenhandeln in die Reflexion der Zeiten zuvor und danach einzubetten. In dieser Perspektive erscheinen die Krisenprozesse nicht nur als Konsequenz von Ursachen, die woanders angesiedelt sind, sondern auch als Folge innerer politischer Entscheidungsbildung. „Wirtschaftlicher Erfolg, der auf Inkohärenz basiert, musste fragil sein. Wenn bilanziert werden soll, wie stark Deutschland in die gegenwärtige Krise hineingegangen ist, dann ist festzuhalten: Die Krise kam nicht nur von außen, sie kam auch von innen“ (Lehndorff, Bosch u.a., in diesem Band). Periodisierung ist wichtig, aber sie kann auch zu einem ganz anderen Ergebnis kommen, wenn etwa nach dem Ort der kurzen guten Wachstumsperiode in Deutschland zwischen informations- und finanzwirtschaftlicher Krise gefragt wird, also ob und was von dieser Periode zu lernen ist und warum sie so kurz war. „Seit 2005 hat sich gezeigt, wie relativ normal und schnell die angeblich so unflexible deutsche Wirtschaft auf die höhere Nachfrage reagiert hat. Es hat sich gezeigt, wie schnell hunderttausende Menschen vom angeblich verkrusteten Arbeitsmarkt rekrutiert wurden.

Und es hat sich gezeigt, wie schnell deutsche Firmen auch wieder Geld in den deutschen Standort investiert haben. Das alles kann gar nicht allein an einer wundersamen strukturellen Neubelebung binnen weniger Monate gelegen haben. Es deutet eher darauf hin, wie begrenzt der Anteil struktureller Faktoren an der Krise vorher war“ (Gert G. Wagner, in diesem Band). Je länger die Krise dauert und je mehr sie sich in die gesellschaftlichen Verhältnisse bewegt, je weniger zählt allerdings das Argument, man müsse auf die Situation reagieren und könne erst später die strukturellen Alternativen durchdenken. Reformkommunikation ist notwendig und die Orientierung an einem „Modell Deutschland“ bietet einen eingeführten Ausgangspunkt. Dabei gilt es, zwischen den Entscheidungsverhältnissen und den Kommunikationsverhältnissen und den professionellen Akteuren auf beiden Seiten zu unterscheiden (Vassiliadis, in diesem Band).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reformpolitik für das Modell Deutschland
Dominik Haubner, Erika Mezger, Hermann Schwengel (Hg.):
Reformpolitik für das Modell Deutschland
the author
Prof. Dr. Hermann Schwengel
Hermann Schwengel

Institut für Soziologoie der Universität Freiburg.

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