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Freitag, 16. November 2018
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Weder Schuldner-Paradies noch Gläubiger-Hölle
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Weder Schuldner-Paradies noch Gläubiger-Hölle

Zur Nachhaltigkeit realer Staatsschuld

32 Seiten · 4,69 EUR
(Dezember 2017)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Frank Englmann stellt in seinem Aufsatz eine rein modelltheoretische Betrachtung an. Dabei hebt er hervor, dass für die Nachhaltigkeit der Staatsschuld sowohl die Solvenzbedingung wie die Liquiditätsbedingung erfüllt sein müssen. Englmann knüpft an einen Ansatz von David Romer an, wonach die Wachstumsrate der realen Staatsschuld nicht größer sein darf als der entsprechende reale Zinssatz. Im Fall einer konstanten Staatsschuldenquote stimmen Zinssatz und Wachstumsrate überein. Obwohl niedrigere Zinsen den Staatshaushalt entlasten und seit 2010 wesentlich zur Konsolidierung beigetragen haben, müssten bei Ausschluss der Monetarisierung der Staatsschuld durch Geldschöpfung der Zentralbank, wie es eine strenge Auslegung der Maastricht-Verträge beinhalte, höhere Zinsen in Kauf genommen werden. Dies schwäche zwar die Liquiditätsposition des Staates und erschwere damit eine notwendige Konsolidierung des Haushalts, sei aber zur Erfüllung der intertemporalen Budgetrestriktion und für die Solvenz notwendig.

Es scheint somit ein Spannungsfeld zwischen Solvenz und Liquidität zu existieren. Dies führt den Verfasser, in kritischer Auseinandersetzung mit verschiedenen Modellansätzen moderner Makroökonomen, zu seiner entscheidenden Forschungsfrage: Stimmt es wirklich, dass in einer wachsenden Volkswirtschaft eine konstante Staatsschuldenquote nur dann stabil sein kann, wenn der reale Zinssatz auf die Staatsschuld geringer ist als die Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts und im umgekehrten Fall die Solvenz des Staates verletzt sei? Auf der Grundlage eines Solowschen Wachstumsmodells sowie der Abstraktion von Zentralbank und einer möglichen Sparschwemme („saving glut“) gelangt Englmann zum Ergebnis, dass die Nachhaltigkeit realer Staatsschuld nicht allgemein vom Vorzeichen der Differenz zwischen der Wachstumsrate und dem Zinssatz auf Staatsanleihen abhängt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Keynes, Geld und Finanzen
Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt, Markus Marterbauer (Hg.):
Keynes, Geld und Finanzen
Der Autor
Prof. Dr. Frank C. Englmann
Frank C. Englmann

ist Professor für Theoretische Volkswirtschaftslehre an der Universität Stuttgart.