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Welche Zukunft für die finanzielle Globalisierung?
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Welche Zukunft für die finanzielle Globalisierung?

Vier Szenarien für das internationale Währungssystem im Jahr 2040

24 Seiten · 5,80 EUR
(12. Februar 2020)

 
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Aus dem einleitenden Überblick der Hrsg.

In ihrem Beitrag entwerfen Steffen Murau, Joe Rini und Armin Haas vier Szenarien für das internationale Währungssystem im Jahr 2040. Die Autoren wollen die vier Szenarien weder als exakte Vorhersagen der Zukunft noch als normative Bewertungen oder institutionelle Blaupausen verstanden wissen. Sie extrapolieren bestehende Trends in die Zukunft und zeigen, wie das internationale Währungssystem bei unterschiedlichen Entwicklungspfaden aussehen könnte.

Das derzeitige Währungssystem charakterisieren die Autoren als US-Dollar-Hegemonie. Es unterscheidet sich von dem bis 1971 geltenden Bretton-Woods-System durch seine Off-shore-Geldschöpfung, die der Kontrolle durch Nationalstaaten entzogen ist: Kredite werden in US-Dollar denominiert und außerhalb des US-Währungsraums vergeben. Das heutige globale Kreditsystem wird als eine Pyramide von Pyramiden dargestellt, an deren Spitze der US-Dollar steht, darunter der Euro, das Britische Pfund und der japanische Yen, darunter wiederum die Währungen der BRICS-Staaten.

Bei den vier idealtypischen Szenarien, die die Autoren für ein Regime nach dem Offshoredollar-System entwickeln, orientieren sie sich an zwei analytischen Fragen: Erstens, gibt es einen systemverändernden Zusammenbruch des globalen Finanzsystems, das nicht wie bei der letzten Finanzmarktkrise 2007-9 durch Notfallmaßnahmen der Federal Reserve stabilisiert wurde? Und zweitens, wird die ökonomische Weltordnungspolitik einer Logik der Kooperation oder der Konfrontation folgen? Kommt es nicht zu einer weiteren tiefen Finanzkrise, ist bei einem Kooperationsszenario ein Fortbestand der US-Dollar-Hegemonie denkbar, bei fehlender Kooperation die Koexistenz mehrerer monetärer Blöcke. Im Falle einer systemverändernden Krise könnte es – kooperatives Verhalten der Akteure vorausgesetzt – zu einer internationalen Währungsföderation kommen, wie sie Keynes vorschwebte. Bei einer konfrontativen Weltkonstellation wäre eine internationale Währungsanarchie denkbar, allerdings nur als vorübergehender Zustand.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Keynes und das internationale Währungs- und Finanzsystem
Hermann Adam, Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt (Hg.):
Keynes und das internationale Währungs- und Finanzsystem
the authors
Dr. Steffen Murau
Steffen Murau

ist Postdoctoral Fellow am Global Development Policy Center der Boston University. Dort arbeitet er an einem Projekt zur Transformation der Europäischen Währungsunion, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird. Daneben ist er mit der City University of London und dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS) affiliiert.

Joe Rini

ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS). In seiner Forschung untersucht er systemische Risiken des Finanzsystems und wie das Vorsorgeprinzip im Recht und der Risiko-Governance der Europäischen Union verankert ist.

Dr. Armin Haas
Armin Haas

ist Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam (IASS) sowie Forschungsfeldleiter für Integrated Risk Governance am Global Climate Forum, Berlin (GCF).