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Wettbewerb und nachhaltige Entwicklung bei globalen Governancelücken
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Wettbewerb und nachhaltige Entwicklung bei globalen Governancelücken

22 Seiten · 5,05 EUR
(April 2013)

 
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Aus dem Fazit:

Die ursprüngliche ökonomische Grundidee der Nachhaltigkeitsgovernance setzt erstens voraus, dass Bezugsgröße des Wirtschaftens die Nationalökonomie mit einem Volk ist, dessen gesellschaftliche Anliegen, etwa hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung, in demokratischen Verfahren gebündelt werden und welche die Grundlage für staatliches Handeln bilden. Ferner wird zweitens angenommen, dass die in demokratischen Verfahren zum Ausdruck kommenden Werte, Ziele und Präferenzen der Bevölkerung den Ausgangspunkt für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung durch den Staat bilden; dieser ist annahmegemäß stark genug, um eine verlässliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenordnung zu etablieren, die Marktversagen korrigiert und eine nachhaltige Entwicklung sicherstellt. Zugleich sichert dieses Prozedere eines demokratischen Rechtsstaates mit Zwangsgewalt die Effizienz, aber auch Legitimität von Unternehmenshandeln, solange dieses im Rahmen geltender Gesetze der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung stattfindet.

Bereits in funktionierenden marktwirtschaftlichen Demokratien kommt es allerdings zu Problemen und Abweichungen von diesem Idealbild. Mehr noch gilt dies für die ökonomische Weltwirtschaft, in denen dieses Idealbild der Nachhaltigkeitsgovernance an seine Grenzen stößt. So existiert erstens kein "globales Volk als demokratisches Subjekt für transnationale Legitimierungsbemühungen". Zweitens ist vor diesem Hintergrund eine starke "Weltregierung" mit Zwangsgewalt kein sinnvoller Entwurf von Global Governance. In den letzten Jahren ist daher ein Vakuum in der Nachhaltigkeitsgovernance entstanden, in das eine Reihe unterschiedlicher Akteursgruppen eingedrungen sind, die aus verschiedenen Gründen eigene Interessen an der Gestaltung der Rahmenbedingungen nachhaltiger Entwicklung auf nationaler und globaler Ebene haben. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie über den ökonomischen Wettbewerb hinaus auch zu Akteuren im gesellschaftlichen und politischen Wettbewerb werden. Außerdem haben sie begonnen, in Multistakeholdergovernance-Netzwerken an einer Gestaltung der für sie geltenden Rahmenbedingungen mitzuwirken. Mit der zunehmenden Bedeutung von CSR verbindet sich daher auch die Frage nach dem Ort der Governanceautorität für globale Nachhaltigkeitsstrategien.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Zur Zukunft des Wettbewerbs
Harald Enke, Adolf Wagner (Hg.):
Zur Zukunft des Wettbewerbs