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Friday, April 19, 2019
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Who governs?
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Who governs?

Kommunikations- und prozessorientierte Politikberatung

49 Seiten · 7,76 EUR
(Oktober 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Die professionelle Beratungsbranche in Deutschland befindet sie sich seit jeher permanent auf der Suche nach neuen Beratungsthemen und Kundengruppen. Zu diesen neuen Gruppen gehören seit einiger Zeit auch verstärkt die Politik auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Klienten sind dabei Parteien und einzelne Politiker, aber schwerpunktmäßig auch verschiedenste Verwaltungsebenen. Der Markt der öffentlichen Auftraggeber entwickelt sich in einem schnellen Tempo (vgl. dazu z.B. auch Aussagen des BDU). Diese Tendenz besteht schon seit einigen Jahren. Die Entwicklungen innerhalb der Beratungsbranche haben gezeigt, dass der öffentliche Sektor ein immer wichtigeres Betätigungsfeld darstellt. Mittlerweile verfügen nahezu alle der Top-10 Unternehmensberatungen gem. der sog. ‚Lünendonk-Liste‘ über eigenständige organisatorische Einheiten, die sich auf Kunden des öffentlichen Sektors fokussiert haben.

Parallel zum wachsenden Erfolg der professionellen Unternehmensberatungen im öffentlichen Sektor ist zu konstatieren, dass der Einfluss der wissenschaftlichen Beratung auf die Politik stetig abnimmt. Donges beschreibt aus seiner Sicht die Entwicklung als die „eines größer gewordenen Spannungsfeldes“ zwischen wissenschaftlicher Beratung und Politik. Institutionen wie der Sachverständigenrat, aber auch einzelne Ökonomen verlieren in Beratungszusammenhängen an Bedeutung. Kieser stellt in diesem Zusammenhang treffend fest, dass Unternehmensberatungen bei der Beratung von Politik, aber auch bei der Beratung von Management „den für einen solchen Rat prädestiniert erscheinenden Hochschullehrern – den Betriebswirtschaftsprofessoren – den Rang ab[laufen]“. Dabei wäre es aus Gründen der wissenschaftlichen Fundierung von Beratungsergebnissen sicherlich sinnvoll, wenn Ökonomen in ihrem beraterischen Handeln wieder stärker durch die Politik Berücksichtigung finden würden. Doch welches sind die Faktoren für eine zukünftig erfolgversprechende Politikberatung durch Wissenschaftler, aber auch durch professional consultants? Welches sind die Merkmale solcher Beratungskonstellationen? Obwohl die professional consultants den öffentlichen Sektor in den vergangenen Jahren, wie gezeigt, immer stärker als Markt erschlossen haben, ist das aktuelle Bild im Jahr 2009 auch für sie trotz allem nicht ungetrübt. Die wachsende Bedeutung für die Unternehmensberatungen steht einer zunehmenden Skepsis bei den Kunden in Bezug auf den Erfolg von Beratungsprojekten im öffentlichen Sektor gegenüber. Insbesondere die Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen, aber auch der offensichtliche Misserfolg einiger Beratungsprojekte1 haben die Skepsis genährt, dass Beratung im öffentlichen Sektor anderen Gesetzen gehorcht als in der Privatwirtschaft. Doch was ist der Grund für diesen nahe liegenden Schluss? Handelt es sich bei den genannten Beispielen um einmalige negative Ausreißer? Oder müssen sich auch die professionellen Unternehmensberatungen mit der Frage auseinandersetzen, welche Art von Beratung grundsätzlich zu mehr Kundenzufriedenheit führen kann, die ihren Markt auch in der Zukunft sichert? Man erkennt an diesen Ausführungen, dass sich sowohl Ökonomen als auch Unternehmensberatungen, die sich im Kontext der politischen Beratung bewegen, mit einer ähnlichen Fragestellung beschäftigen müssen. Ihre Ausgangsbasis ist unterschiedlich, das Ziel jedoch keinesfalls: die nachhaltige und erfolgreiche Gestaltung wirtschaftspolitischer Beratung.


zitierfähiger Aufsatz aus ...