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Wie Du mir, so ich Dir!
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Wie Du mir, so ich Dir!

Evolutionäre Modellierungen

27 Seiten · 3,71 EUR
(25. August 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Der von uns am konkreten Beispiel der Reziprozität skizzierte indirekte evolutionäre Ansatz bietet einen Rahmen, in dem der Schatten der Zukunft gemeinsam mit dem der Vergangenheit erfasst werden kann. Im indirekten evolutionären Ansatz werden dazu die subjektive Zielfunktion des Entscheiders, die seine Motive repräsentiert, und die objektiven Auszahlungen, die den Erfolg der Entscheidungen in evolutionär relevanten Hinsichten bewerten, simultan modelliert. Das erlaubt es, die Wechselwirkung zwischen den Ebenen zu erfassen. Zum Beispiel sind Opfer zugunsten Dritter stets direkt objektiv unvorteilhaft für denjenigen, der sie erbringt. Aufgrund seiner subjektiven Präferenzen bewertet der Entscheider den Vollzug des Opfers im Gegensatz zu der evolutionär relevanten objektiven Bewertung jedoch höher als dessen Unterlassung. Der indirekt evolutionäre Ansatz kann diese Spannung zwischen dem opportunistischen und dem aus anderen Motiven geborenen Verhalten modellieren. Er bleibt jedoch dabei nicht stehen. Er erlaubt es nämlich auch zu erfassen, dass die Erbringung eines Opfers – wiewohl direkt unvorteilhaft – indirekt auch objektiv vorteilhaft sein kann, wenn damit beispielsweise für andere erkennbar eine Disposition zu bestimmten Entscheidungen zum Ausdruck kommt. Schließlich kann der indirekte evolutionäre Ansatz auch berücksichtigen, dass menschliche Dispositionen und Entscheidungsmechanismen nicht nur generalisiert in wiederholt gleichartigen, sondern in verschiedenartigen Interaktionen wirken. Entscheidungen werden nach allgemeinen Gesichtspunkten – wie etwa dem der Reziprozität – bestimmt, deren Auftreten nicht mit der Vorteilhaftigkeit in einer spezifischen Situation, sondern nur mit der Vorteilhaftigkeit in verschiedenen Situationen erklärt werden kann. Im Folgenden werden wir zunächst das Konzept der Reziprozität charakterisieren (Abschnitt 2.1) und seine Wirkungsweise am „Ultimatumspiel“ illustrieren (Abschnitt 2.2). Im nächsten Schritt wird der indirekte evolutionäre Ansatz auf Ultimatumspiele angewendet, wobei in einem ersten Teilschritt (Abschnitt 3.1) von Informationsproblemen abgesehen wird, die im zweiten Teilschritt (Abschnitt 3.2) ebenfalls „endogenisiert“ werden. Es wird dann überlegt, in welcher Weise man den indirekt-evolutionären Prozess so erweitern könnte, dass er „generalisierte“ Dispositionen zu reziprokem Verhalten in heterogenen Umgebungen zu erfassen vermag, in denen strukturell verschiedene Spieltypen vorkommen (Abschnitt 3.3). Abschließende Bemerkungen (Abschnitt 4) verdeutlichen nochmals den programmatischen Charakter der hier angestellten Überlegungen und versuchen, diese in den Gesamtzusammenhang methodologischer Überlegungen der Sozialtheorie einzuordnen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Experimente in der Ökonomik
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Experimente in der Ökonomik
the authors
Prof. Dr. Hartmut Kliemt
Hartmut Kliemt

geb. 1949, seit 2006 Professor für Philosophie und Ökonomik an der Frankfurt School of Finance and Management.

[weitere Titel]
Prof. Dr. Werner Güth
Werner Güth

geb. 1944, Direktor des Max- Planck-Instituts für Ökonomik in Jena.

[weitere Titel]
Dr. Stefan Napel
Stefan Napel

Juniorprofessor für Wirtschaftstheorie an der Universität Hamburg, Institut für Allokation und Wettbewerb. Arbeitsschwerpunkte: Spieltheorie, Messung von Macht, Industrieökonomik.