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Sonntag, 18. November 2018
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Wie viel Keynes steckt in der aktuellen (unkonventionellen) Geldpolitik?
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Wie viel Keynes steckt in der aktuellen (unkonventionellen) Geldpolitik?

24 Seiten · 3,89 EUR
(Dezember 2017)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Peter Mooslechner stellt und beantwortet die Frage: „Wieviel Keynes steckt in der aktuellen (unkonventionellen) Geldpolitik?“ Er beginnt mit der Feststellung, dass mindestens bis zur Finanzkrise 2008ff in der breiten Öffentlichkeit Keynesianismus auf aktive Fiskalpolitik reduziert wurde, während das Keynes’sche Vermächtnis eine aktive Wirtschaftspolitik einschließlich der Geldpolitik umfasst.

Keynes habe sich mit der Rolle des Geldes in vielfacher Weise beschäftigt, mit unterschiedlichem Fokus je nach dem wirtschaftlichen Umfeld. In seinen früheren Schriften steht die Sicherung des Geldwerts im Mittelpunkt, in der „Treatise on Money“ betrachte er alle Facetten einer Geldwirtschaft, in der „General Theory“ treten monetäre Aspekte in den Hintergrund und die Geldpolitik bedarf der Unterstützung durch die Fiskalpolitik.

In Abschnitt 3 schildert Mooslechner die Geldpolitik der EZB nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008ff als Reaktion auf die sich wandelnden Schwerpunkte dieser Krise, die als Finanzkrise des privaten Sektors begann und dann insbesondere im Euroraum auf die Staatsfinanzierung übergriff. Bekanntlich musste die EZB wie die anderen „großen“ Zentralbanken zu unkonventionellen Maßnahmen greifen, die in Abschnitt 4 dargestellt werden und von zwei Fragen bestimmt werden: Verfügen Banken und Finanzmärkte über genügend Liquidität zur Erfüllung ihrer Aufgaben und kann die Geldpolitik genügend expansive Impulse setzen? Insgesamt bescheinigt der Autor der Geldpolitik der großen Notenbanken, einen noch tieferen Absturz der Volkswirtschaften und einen möglichen Zusammenbruch des Finanzsystems verhindert zu haben.

Im abschließenden Abschnitt 5 kehrt der Autor zur Ausgangsfrage zurück und meint, das „Keynes’sche Vermächtnis“ sei hinter mehreren Elementen der Geldpolitik des letzten Jahrzehnts erkennbar, die auf keynesianische Herausforderungen reagiert habe. Es sind dies vor allem:
a) Das Auftreten der Liquiditätsfalle mit der Besonderheit, dass weniger die Liquiditätsprobleme der Nichtbanken im Vordergrund stehen als vielmehr jene der Banken und anderer Finanzinstitutionen.
b) Die ungewöhnliche Situation, dass die Unternehmen die Sparüberschüsse der privaten Haushalte nicht nur nicht absorbieren, sondern selbst zur privaten Ersparnis beitragen, da sie zu wenig investieren, nämlich nicht einmal ihre laufenden Gewinne.
c) Die eindeutige empirische Widerlegung der von Keynes spätestens seit 1930 abgelehnten Quantitätstheorie: Die massive Ausweitung der Zentralbankgeldmenge führte nicht zu einer entsprechenden Vergrößerung der Geldmenge; stattdessen blieb die Kreditvergabe und damit die Geldschöpfung verhalten. Diese erweist sich als endogen, nicht exogen. Daher blieb auch die von Anhängern der Quantitätstheorie befürchtete Inflation völlig aus.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Keynes, Geld und Finanzen
Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt, Markus Marterbauer (Hg.):
Keynes, Geld und Finanzen
Der Autor
Peter Mooslechner
Peter Mooslechner

ist Hauptabteilungsleiter Volkswirtschaft in der Oesterreichischen Nationalbank, Vizepräsident der österreichischen Nationalökonomischen Gesellschaft und Lektor an der Johannes-Kepler- Universität-Linz, der Wirtschaftsuniversität Wien sowie den Universitäten Innsbruck und Salzburg.

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