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Sunday, September 22, 2019
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Wilhelm Roscher - Zu der Lehre von den Absatzkrisen
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Wilhelm Roscher - Zu der Lehre von den Absatzkrisen

Oder: Gibt es in der relevanten Konjunkturtheorie und -politik in den letzten 140 Jahren etwas Neues ?

11 Seiten · 2,67 EUR
(August 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Was ist relevante Nationalökonomie heute? ist das Thema unseres Symposiums. Meine Antwort lautet: dasselbe wie gestern, vorgestern und vorvorgestern; und dasselbe, was es morgen und übermorgen sein wird.

Hat man gelesen, was die besten Ökonomen der Vergangenheit wirklich geschrieben haben, so erkennt man, daß es in der relevanten Ökonomie – im Wesenskern des Inhaltes – sehr wenig Neues gibt. Wir haben in den letzten 200 oder 150 Jahren kaum etwas dazugelernt. Nur die Sprache, die Ausdrucksweise hat sich wesentlich verändert, die Aussagen hingegen kaum. Die Nationalökonomie ist, wie Fritz Neumark betonte, zyklisch. Sozusagen von Wellenkamm zu Wellenkamm der Vernunft bleibt die relevante Ökonomie erstaunlich gleich: Nur die Wellentäler, der Unsinn, der dazwischen „verzapft“ wurde, ist jeweils verschieden. Jede Welle relevanter Ökonomie erscheint immer wieder neu, weil sie jeweils auf den letzten Unsinn antwortet und diesen widerlegt: Aber dabei drückt sie nur wieder in neuen Worten aus, was gute Ökonomen schon seit langem, fast möchte man sagen, schon immer gewußt haben!

Was, so muß man sich heute fragen, ist etwa an der großen Keynesschen Revolution wirklich von bleibender Bedeutung? Wenn man wiederum unter den klassischen Bedingungen voll integrierter Güter- und Kapitalmärkte bei langfristig festen Wechselkursen lebt, wie wir heute in Österreich, erstaunlich wenig! Neu war bei Keynes nur die Antwort auf den besonderen Unsinn der „Treasury View“ der Zwischenkriegszeit. Aber die „Treasury View“ war ein außergewöhnlicher Lapsus und in längerfristiger Perspektive keineswegs kennzeichnend für das beste ökonomische Denken vor Keynes. Genauer: die „Treasury View“ war vor allem eine Fehldiagnose der ökonomischen Lage Englands in den 30er Jahren; für 1910 wäre sie gar nicht so falsch gewesen.

Wie wenig sich das beste Denken der Ökonomen in den letzten 140 Jahren geändert hat, werde ich an einer Skizze der Konjunkturtheorie von Wilhelm Roscher dartun. Roscher war der mit Abstand einflußreichste deutsche Ökonom des 3. Viertels des 19. Jahrhunderts. Er war der deutsche Samuelson seiner Zeit: Sein Ökonomielehrbuch Grundlagen der Nationalökonomie erreichte 26 Auflagen! Er kannte genau die Ökonomen vor ihm und brachte eine ungemein treffsichere Sammlung all ihrer besten Argumente.

Er ist ein hervorragender Sichter aller „relevanten“ Ökonomie vor ihm und bis zu ihm, ein Spiegel besten ökonomischen Denkens gerade auf dem Gebiet der Makroökonomie. Exemplarisch ist hier Roschers großartiger Aufsatz „Zur Lehre von den Absatzkrisen“. Er befaßt sich mit dem, was wir heute Konjunkturkrisen oder Rezessionen nennen würden, nimmt einen erheblichen Teil der Erkenntnisse der General Theory von Keynes vorweg und ist ein Höhepunkt der deutschen Nationalökonomie des 19. Jahrhunderts.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Was ist relevante Ökonomie heute?
Egon Matzner, Ewald Nowotny (Hrsg.):
Was ist relevante Ökonomie heute?
the author
Prof. Dr. Erich Streissler
Erich Streissler

geb. 1933 in Wien; stud. Jura in Wien und Wirtschaftswissenschaften an der Univ. Oxford; habil. 1959 an der Univ. Wien für Volkswirtschaftslehre; 1962 Ordinarius an der Univ. Freiburg i. Breisgau; 1968 Vizepräs. des Österreichischen Inst. f. Wirtschaftsforschung an der Univ. Wien; Lehrtätigkeiten an den Universitäten Oxford und Stanford; seit 1993 Aufsichtsrat der Bundesfinanzierungsagentur in Österreich und 1994-98 Vors. des Dogmenhistorischen Ausschusses im Verein für Socialpolitik.

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