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Freitag, 20. Juli 2018
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Wirtschafts- und Umweltforschung und die politischen Realisierungschancen
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Wirtschafts- und Umweltforschung und die politischen Realisierungschancen

12 Seiten · 2,94 EUR
(Juli 2002)

 
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Aus der Einleitung:

Die Wissensgesellschaft ist in aller Munde und zählt zu den großen Hoffnungsträgern bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. Die Wissenschaft selbst spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle, ist sie doch in beachtlicher Weise am Prozess der Wissensproduktion und -ausbreitung beteiligt. Dabei zeigt sich, dass wir heute zwar generell über mehr Daten und Informationen verfügen, die politischen Entscheidungsträger aber vielfach trotzdem nicht wissen (können), welches Wissen für die Lösung konkreter Probleme relevant ist. Die Wissensexplosion sowie die Komplexität und Dynamik der Wissensumwelt haben nämlich auch zu einer wachsenden Unsicherheit geführt. Diese Unsicherheit resultiert vor allem aus dem Tatbestand, dass gerade wegen der Wissensentwicklung nicht sämtliche Alternativen politischen Handelns und deren Folgen bekannt sind und in Entscheidungs¬modellen abgebildet werden können.

In solchen Fällen versuchen die politischen Akteure, die Unsicherheit durch systematische Prozesse der Informations- und Wissensbeschaffung zu mindern. Allerdings kann der zur Unsicherheitsreduktion erforderliche Wissensbedarf nicht genau prognostiziert werden, und der tatsächliche Nutzen aus dem jeweils erfolgten Wissenszugang lässt sich oftmals erst nach dem Wissenserwerb bzw. der Wissensanwendung genauer ermitteln. Insofern verlangen politische Entscheidungsprozesse heute auch die Organisation eines Suchprozesses nach relevantem Wissen bei der Lösung anstehender bzw. erwarteter Probleme, wobei die Frage, was relevant ist, a priori nicht immer eindeutig beantwortet werden kann.

In diesem Suchprozeß kommt der Wissenschaft als Politikberaterin eine wachsende Rolle zu. Vielfach spricht man auch von einer Verwissenschaftlichung der Politik, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass die Wissenschaft, vor allem im sozio-ökonomischen Bereich, selten mit einer Zunge spricht. Angesichts der Methoden- und Theorienvielfalt sowie der normativen Vorprägungen der meisten Wissenschaftler kommt es vielmehr häufig zu sehr divergierenden Beratungsbotschaften, was wiederum zu einer zusätzlichen Verunsicherung der Politik führen kann bzw. den politischen Akteuren wiederum die Möglichkeit einräumt, aus der Fülle der Botschaften jene auszuwählen, die ihren – häufig kurzfristigen – Interessen oder Vorurteilen entgegenkommen. Dies erklärt auch, warum Beratungsangebote häufig sehr selektiv wahrgenommen werden und die Mitwirkung von Wissenschaftlern im politischen Geschäft noch keine Garantie für eine Versachlichung desselben darstellt. Politik leidet heute nicht unter einem Zuwenig sondern eher unter einem Zuviel an Informationen. Die Unterscheidung zwischen relevanten und weniger relevanten Informationen wird zu einem Hauptproblem, wobei – was bereits betont wurde – die Beantwortung der Frage, was relevant ist, häufig erst nach der Anwendung möglich ist.

Vor diesem Hintergrund soll nachfolgend ein Erfahrungsbericht gegeben werden, der jenes Erfahrungswissen verdeutlicht, das der Verfasser als Hochschullehrer, Präsident eines großen Wirtschaftsforschungsinstituts und Mitwirkender in zahlreichen Beiräten, Beratungsgremien und Enquete-Kommissionen bei der Politikberatung gewinnen konnte. Das Beratungsgeschäft kreiste hierbei um wirtschafts- und umweltpolitische Themen. Letztere verdienen eine Sonderbehandlung, weil sie eine Beratung durch interdisziplinär besetzten Gremien beinhalten.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der Einfluss der Wissenschaft auf die Politik
Uwe Jens, Hajo Romahn (Hg.):
Der Einfluss der Wissenschaft auf die Politik
Der Autor
Prof. Dr. Paul Klemmer
Paul Klemmer

Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung