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Montag, 23. Juli 2018
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Wirtschaftspolitische Berichterstattung in Deutschland - ein Fall von Marktversagen
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Wirtschaftspolitische Berichterstattung in Deutschland - ein Fall von Marktversagen

20 Seiten · 2,85 EUR
(November 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Tageszeitungen weltweit und besonders in Deutschland sind in der Krise: Spätestens seit die großen Tageszeitungen in Deutschland nach dem Jahr 2000 Hunderte von Journalisten entließen, die Süddeutsche Zeitung plötzlich zum Verkauf stand und die Frankfurter Rundschau nur dank einer Bürgschaft der hessischen Landesregierung am Leben gehalten wurde, ist das Thema in das Bewusstsein der breiteren Öffentlichkeit gerutscht. Zwar steigen inzwischen die Auflagezahlen in Deutschland wieder, die Redaktionen haben aber weniger Ressourcen zur Verfügung als früher, und die Anzeigenerlöse liegen weiter deutlich unter den Werten aus dem vergangenen Aufschwung. In den USA hat die Krise bereits größere Dimensionen erreicht: Dort hat sich bei den Auflagezahlen der Tageszeitungen ein kräftiger Abwärtstrend eingestellt, der in dieser Form in Deutschland noch nicht zu beobachten ist. Zudem brechen den Zeitungen dort ebenso wie in Deutschland die Anzeigenerlöse weg, weil Werbetreibende zunehmend aufs Internet statt auf traditionelle Printmedien setzen. Auf beiden Seiten des Atlantiks werden die Ressourcen der Redaktionen von Tageszeitungen zunehmend beschnitten. Als Grund für die Krise wird gerne die wachsende Konkurrenz durch Internet-Medien angeführt. Informationen sind zunehmend kostenlos online verfügbar. Gleichzeitig kann Werbung im Internet wesentlich billiger und zielgenauer geschaltet werden als in Printmedien. Vereinzelt wird sogar das baldige Ende der Tageszeitung prophezeit. Meyer (2004) etwa sagt voraus, die letzte Tageszeitung werde 2040 von der Druckpresse laufen.

Aus ökonomischer Sicht wäre das Verschwinden von Qualitätsjournalismus verwunderlich: Mit zunehmender Globalisierung sollten Informationen für den Leser eigentlich an Wert gewinnen ? immerhin erlaubt die Internationalisierung der Waren- und Finanzwelt dem einzelnen Akteur, Nutzen weit über den nationalen Markt aus seinem Informationsvorsprung zu ziehen. Auch wenn die Verbreitungskosten für Informationen durch die Entwicklung des Internets gefallen sind, so sollte doch ausreichend Zahlungsbereitschaft für hochwertige Information bestehen. Tatsächlich sollte diese Bereitschaft in Zeiten der Globalisierung sogar gestiegen, nicht gefallen sein. ...

Am Beispiel der wirtschaftspolitischen Berichterstattung in Deutschland wird gezeigt, welche Mängel auch bei Qualitätstageszeitungen in der Berichterstattung bestehen. In einem zweiten Teil wird dann analysiert, welche ökonomischen Gründe hinter den Mängeln stecken könnten. Der Beitrag ist dabei wie folgt strukturiert: Abschnitt 2 stellt zunächst in aller Kürze die theoretischen Aufgaben des Journalismus mit besonderem Fokus auf die eirtschaftspolitische Berichterstattung dar. Abschnitt 3 analysiert daraufhin an einer Reihe von Beispielen, inwiefern der deutsche Wirtschaftsjournalismus diese Aufgaben erfüllt. Abschnitt 4 versucht einige theoretische Gründe zu liefern, warum der deutsche Journalismus in der Erfüllung seiner Aufgaben so oft versagt. Abschnitt 5 gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Tageszeitung.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht
Harald Hagemann, Gustav Horn, Hans-Jürgen Krupp (Hg.)::
Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht
Der Autor
Prof. Dr. Sebastian Dullien
Sebastian Dullien

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und Non-resident Senior Fellow of the American Institute of Contemporary German Studies in Washington, DC.

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