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Wirtschaftstheorie in der DDR

339 Seiten ·  36,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-160-3 (April 1998 )

 
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Die meisten Ökonomen in Forschung und Lehre an ostdeutschen Universitäten sind nach der Wende "abgewickelt" worden. Vielleicht gibt es deshalb - anders als in anderen Disziplinen - bislang kaum Reflektionen über die Rolle der Wirtschaftswissenschaft in der DDR.

Günter Krause untersucht in diesem Band, welchen Platz und Stellenwert die Wirtschaftswissenschaft in der zentralistischen Planwirtschaft und in der Gesellschaft der DDR besaß. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Fragen nach relevanten Zäsuren und Diskursen in der Geschichte der Ökonomie. Dabei versucht der Autor nicht nur, Erkenntnisse und Blockaden, Leistungen und Defizite der DDR-Wirtschaftstheorie aufzuspüren. Ihn beschäftigt zugleich die Frage, unter welchen historischen Voraussetzungen die Wirtschaftstheorie in Ostdeutschland entstand, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen DDR-Ökonomen ihre Konzepte entwickelten und wie sich das Spannungsverhältnis von Systemgebundenheit bzw. Monopol des Offizialmarxismus einerseits sowie Erkenntnisfähigkeit bzw. wissenschaftsimmanenten Kriterien verpflichtete Forschung andererseits gestaltet. Diese Aspekte sind gerade deshalb von besonderem Interesse, weil - die Beispiele Ungarn, Polen oder Jugoslawien belegen dies anschaulich - der jeweilige Typus von Realsozialismus erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der nationalen ökonomischen Wissenschaft, ihre wissenschaftliche Kompetenz und ihr Ansehen in der international scientific community hatte.

Diese faktenreiche und gut dokumentierte Schrift stellt den ersten Versuch dar, nach Implosion von Planökonomie und stalinistischem Gesellschaftsmodell eine detailliertere Bilanz der Wirtschaftswissenschaft in der DDR vorzulegen.

Neues Deutschland, 23.10.1998 ()

"Günter Krause, ehemals Professor an der Berliner Humboldt Universität, verfällt in seinem vom BMF beauftragten Buch nicht dem für manche durchaus naheliegendem Versuch, die Geschichte der Wirtschaftstheorie in der DDR lediglich von ihrem Ende her oder gar mit erneuter politischer Diktion zu schreiben. Ihm geht es um Grundlinien, die am Ringen um eine Politische Ökonomie des Sozialismus (PÖS) festgemacht werden. Manche, beispielsweise institutionelle Details bleiben weiteren Analysen vorbehalten. ...

Ein produktiver Wettbewerb wissenschaftlicher Produkte wurde politisch stets beargwöhnt. Die 'Behrens/Benary-Debatte' der späten 50er Jahre wurde ebenso abgewürgt wie die theoretischen und praktischen Reformen der 60er Jahre. Danach blieb es vielfach bei halbherzigen Erörterungen zum Thema, die erst Mitte der 80er Jahre neuen Stoff erhielten. Die ohnehin vorhandene Provinzialität, vor allem im Hinblick auf die 'Häretiker', wurde nochmals festgeklopft. Fritz Behrens 'Abschied von der sozialen Utopie' - die bedeutendste ostdeutsche Analyse zum Gegenstand - wurde für den Schreibtisch verfaßt und erschien erst nach dem Kollaps der DDR. Günter Krause weist allerdings auch nach, daß aus handgreiflichen praktischen Gründen - oder wenn es die politische Klasse nicht verstand - Debatten stattfanden, die sich dem Marktproblem näherten und deren Erkenntnisgewinn über den Kollaps hinaus Bedeutung hat: bei den Überlegungen zum Gegenstand der Disziplin selbst, zur bis dato weder theoretisch noch praktisch widerlegten Möglichkeit, Plan- und Marktmechanismen zu kombinieren, zur Rolle des Geldes etc. Eine realitätsnahe Diskussion der Wissenschaftsgeschichte der DDR wird ohne die sachliche und aufschlußreiche Studie Krauses nicht auskommen."




the author
Prof. Dr. Günter Krause
Günter Krause Leibnitz-Sozietät, Humbold-Universität Berlin. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "Eine realitätsnahe Diskussion der Wissenschaftsgeschichte der DDR wird ohne die sachliche und aufschlußreiche Studie Krauses nicht auskommen." ...
    Neues Deutschland, 23.10.1998 mehr...
  • Utopie kreativ, Nov. 1998, S. 180-182
  • Z - Zeitschrift für Marxistische Erneuerung, März 1999, S. 199-205
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