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Wissenschaftliche Erkenntnis und politische Verantwortung
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Wissenschaftliche Erkenntnis und politische Verantwortung

Wilhelm Röpkes Selbstverständnis und die Lehren für eine praktische Ausrichtung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

38 Seiten · 6,21 EUR
(Oktober 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die es rechtfertigen können, das Werk eines Wissenschaftlers auch aus einem gewissen Abstand heraus zu studieren. Es mag sein, dass der betreffende Autor – sei es als authentischer Repräsentant, sei es als tiefschürfender Kritiker – in besonders charakteristischer Weise die Ideen seiner Zeit ausgesprochen hat und man in ihm pars pro toto einen Eindruck von der geistigen Lage einer Zeit erhält. Aufmerksamkeit verdient es auch, wenn der Autor in dogmenhistorischer Perspektive einen besonderen Entwicklungsschritt seiner Disziplin verkörpert, über den zwar vielleicht die Nachfolger inzwischen hinweggegangen sind, der aber gleichwohl im historischen Rückblick als bemerkenswerter, über den Stand der damaligen Erkenntnis hinausweisender Fortschritt anerkannt und erinnert zu werden verdient. Anhaltendes Interesse an einem wissenschaftlichen Lebenswerk ist schließlich auch geboten, wenn der Autor für grundsätzliche Fragestellungen und Probleme, auf deren Beantwortung die Disziplin immer wieder zurückkommen muss, klassische, lehrbuchreife Formulierungen gefunden hat, die als Referenzpunkt auch künftiger Forschung und Urteilsbildung dienen können. Unter all diesen Blickwinkeln gibt es auch fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod gute Gründe, sich mit dem Werk Wilhelm Röpkes zu beschäftigen, mag es auch heutzutage von den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wenig gepflegt werden, sein literarisch ehrgeiziger Stil den Liebhabern von mathematischer Formelsprache und geometrischen Darstellungen unseriös erscheinen und mag es auch sein, dass er heutzutage wohl in kaum einem der referierten Journals – beispielsweise in dem von ihm mitbegründeten Kyklos – noch einen Aufsatz unterbringen könnte.

Dass in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eine bestimmte Wissenschaftskultur dominiert, die mit Röpkes Werk nicht immer viel anzufangen weiß, ist vielmehr ein Fingerzeig darauf, dass es sich lohnt, die Aufmerksamkeit auf einen anderen Aspekt zu richten, der bei seinem Werk jenseits aller inhaltlichen Positionierungen ins Auge fällt. Im folgenden sollen also nicht seine Beiträge zur Konjunktur-, Geld oder Kapitaltheorie, zur Theorie internationaler Integration, zur Ordnungstheorie und Wirtschaftspolitik, seine soziologische Diagnose des modernen Kollektivismus oder sein dezentristisches Ordnungsideal im Brennpunkt stehen. Vielmehr soll es um die all diesen inhaltlichen Positionen vorgelagerte Frage gehen, welches Wissenschaftsverständnis und welches Rollenverständnis dem intellektuellen Engagement Röpkes zugrunde lagen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Heinz Rieter, Joachim Zweynert (Hg.):
"Wort und Wirkung"
the author
PD Dr. Hans Jörg Hennecke
Hans Jörg Hennecke

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Sozialwissenschaften, Bereich Politikwissenschaft