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Wednesday, July 17, 2019
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Wissensteilung und Wissenstransformation
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Wissensteilung und Wissenstransformation

26 Seiten · 3,57 EUR
(Februar 2010)

 
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Einleitung:

Worin unterscheidet sich, wenn überhaupt, die „Wissensgesellschaft“ von der „Industriegesellschaft“? Diese Frage nach qualitativen Veränderungen steht im Raum, seit vielerlei quantitative Indikatoren, etwa die starke Ausweitung von Kopfarbeit, ein größeres Gewicht von Wissen und dessen Verwendung in Arbeits- und Wertschöpfungsprozessen anzeigen. Dazu will der Beitrag zeigen, dass nicht die Kategorie des Wissens und die Zunahme von Wissensarbeit den Schlüssel zum Verständnis aktueller Veränderungen liefert, sondern zwei begriffliche Basisunterscheidungen: Wissensteilung (im Unterschied und in Ergänzung zur Arbeitsteilung) sowie die Unterscheidung von Können und Wissen, die deren dynamische Beziehung in den Blick zu nehmen erlaubt.

Selbstredend war Wissen, allgemein verstanden als sinnstiftende und handlungsleitende Erwartungen über die natürliche und soziale Umwelt der Menschen, immer schon Grundlage von Gesellschaft. Auch wurde die Industriegesellschaft bereits früher als wissensbasiert analysiert, so etwa die Dynamik kapitalistischer Entwicklung bei Marx und Schumpeter oder die Herrschaft kraft Wissen in Bürokratien durch Max Weber. Freilich geschah dies alles in der Logik der rationalistischen Tradition, der „Herrschaft der Mechanisierung“ und der „Herrschaft der Regel“, die die Produktionsweise der Industriegesellschaft, gekennzeichnet durch horizontale und vertikale Arbeitsteilung wie zunehmenden Maschineneinsatz, als Verwissenschaftlichung der Produktion und Objektivierung von Arbeit auf den Begriff zu bringen erlaubte. Übersehen wurden dabei aber die Grenzen der Durchschaubarkeit von Welt und der Explizierbarkeit von Wissen. Mehr Wissen bedeutet nicht mehr Gewissheit (so ein Hauptsatz der zweiten, der „reflexiven“ Moderne), sondern mehr Überraschung, Unsicherheit und Nicht- Wissen.

Diesem aus der Wissensteilung entspringenden Grundwiderspruch muss sich die Wissensgesellschaft stellen, und im Umgang mit ihm zeigt sich der Hauptunterschied zur Industriegesellschaft. Diese Zusammenhänge genauer zu analysieren, hat sich der vorliegende Beitrag zur Aufgabe gemacht. Ausgehend von den genannten begrifflichen Unterscheidungen wird das Hauptaugenmerk auf die Mikroebene von Organisationen und dort auf Wissensmanagement als den unternehmerischen Umgang mit Wissensteilung und Wissenstransformation gerichtet, der am Beispiel integrierter Produktentwicklung näher untersucht wird. Diese Analyse lässt am Ende eine Reihe von Dilemmata erkennen, die den Prozessen der Wissenstransformation innewohnen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wissensökonomie und Innovation
Manfred Moldaschl, Nico Stehr (Hg.):
Wissensökonomie und Innovation
the author
Dr.-Ing. Peter Brödner
Peter Brödner

1989 bis 2005 Forschungsdirektor und Leiter der Abteilung Produktionssysteme am Institut Arbeit und Technik im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen. 1976 bis 1989 Management industrieller Entwicklungsprojekte am Institut für Produktionstechnische Automatisierung der TU Berlin. Arbeitsgebiete: Gestaltung computerunterstützter Arbeit und organisationaler Wandel.