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Sonntag, 18. November 2018
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"Wohlverdient oder ausgedient"? - Stellung, Bedeutung und Perspektiven der Land- und Agrarsoziologie in agrarwissenschaftlichen Curricula

16 Seiten · 3,00 EUR
(Juli 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Die Positionierung des Landes und der Landwirtschaft und damit auch land- und agrarsoziologischer Themen im gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskurs der letzten 15 Jahren ist durch Paradoxien gekennzeichnet:

Auf der einen Seite bekundet die Gesellschaft ein bemerkenswert großes Interesse an Themen, die mit Land, Landwirtschaft und Landleben zu tun haben. Es sind nicht nur die jedem bekannten Lebensmittelskandale (Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Verunreinigungen), die entsprechend der Rhythmik von Skandalisierungsprozessen Diskussionen über unsere Nahrungsmittelerzeugung provozieren und wieder verebben lassen. Das Interesse scheint auf einer tieferen Bewußtseinsebene angesiedelt. Wie ist es möglich, dass Markus Rosenmüller mit seinem preisgekrönten Film ?Wer früher stirbt, ist länger tot?, der ländliche Verhältnisse in eine märchenhaftes Genre einbettet, innerhalb kürzester Zeit über 1 Million Menschen in die Kinos lockte? Zahlreiche andere Landfilme der letzten Jahre waren Publikumserfolge. Vor Jahren stand der Roman ?Herbstmilch? der Anna Wimschneider, der Land und Leute aus der Perspektive dörflicher Armut zeigte, auf der Bestsellerliste. Terézia Mora wurde mit ihren Büchern zum ungarischen Landleben Bachmann-Preisträgerin. Und soeben erhielt die Autorin eines Land-Krimis (?Tannöd?) den Preis als beste Krimi-Autorin. Land und Landwirtschaft wecken noch immer großes diskursives, zumindest voyeuristisches Interesse. Auch symbolisch sind Land(wirtschaft) unerwartet an urbanen Plätzen präsent: Auf eine Brandmauer am Prenzlauer Berg in Berlin wurden Kühe montiert, auch andere Großstädte schmücken sich mit Symboltieren aus der Landwirtschaft, die Kunst nutzt Land und Landwirtschaft für Installationen und performances. Niemand will so recht Abschied nehmen von einer Welt, von der manche behaupten, sie sei bereits untergegangen, obwohl die Zahlen ? unabhängig davon, wie ?ländlicher Raum? definitorisch abgegrenzt wird ? selbst für die BRD noch einen erheblichen Anteil an ländlicher Bevölkerung und Ländlichkeit dokumentieren, ganz zu schweigen von Europa oder der Welt.

Auch die Politik beteuert zur Zeit fast gebetsmühlenartig vor allem auf EU-Ebene, welch großes Anliegen ihr eine integrierte ländliche Entwicklung sei. Mit ELER, dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes, soll dieses Anliegen im nächsten Förderabschnitt 2007 bis 2013 realisiert werden. Neben der Stärkung der Landwirtschaft im engeren Sinne ist dort von der Förderung einer diversifizierten Wirtschaft, Steigerung ländlicher Lebensqualität, Erhaltung des ländlichen Kulturerbes, Unterstützung Lokaler Aktionsgruppen usw. die Rede. ...

Also: Land- und Agrarsoziologie ?wohlverdient? und damit alles in Ordnung? Nein, leider war dies nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt sich, wenn wir die drei vorhin genannten Bereiche Gesellschaft, Politik und Wissenschaft nochmals aus einer anderen Perspektive durchdeklinieren:


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ökolandbau – mehr als eine Verfahrenslehre ?
Katrin Hirte, Katharina David, Julia Carolin Hesshaus, Charlotte Hohls, Janina Schütte (Hg.):
Ökolandbau – mehr als eine Verfahrenslehre ?
Die Autorin
Prof. Dr. Heide Inhetveen
Heide Inhetveen

seit 1994 Professorin für Land- und Agrarsoziologie; Rurale Frauen- und Geschlechterforschung am Institut für Rurale Entwicklung der Göttinger Fakultät für Agrarwissenschaften. Vorstandsvorsitzende des Freundesrings Sulzbürg e.V., der Bürgerinitiative Landl für Luft, Umwelt, Boden (BLLUB e.V.) Vorstandsvorsitzende des wissenschaftlichen Vereins angelas e.V.