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Monday, July 22, 2019
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Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft
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Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft

22 Seiten · 3,40 EUR
(Februar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Ganz ohne Zweifel gehört die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft zu den Grundelementen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbaus in Deutschland nach der großen Katastrophe 1945. Die Auseinandersetzung mit ihr hat auch die Aktivitäten der Wirtschaftspolitischen Gesellschaft von 1947 von Anbeginn geprägt – schon damals in nicht unkritischer, ja oft kontroverser Art, wie die Lektüre der Publikationen, besonders in der damals weit verbreiteten Hauszeitschrift „Offene Welt“ – zeigt. Heute sind die an diesen Kämpfen Beteiligten zum größten Teil von der Lebensbühne abgetreten. Neue Generationen haben die Auseinandersetzung über Form und Inhalt, Theorie und Praxis der Sozialen Marktwirtschaft weitergeführt oder wiederaufgenommen, allerdings in veränderter realer Problemlage und mit anderen Argumentationslinien.

Die Antwort auf die auch heute wieder gestellte Frage nach Reformbedarf und Reformierbarkeit der Sozialen Marktwirtschaft, einer Neukonzeption, die sie zur Bewältigung der gegenwärtigen Entwicklungsprobleme in Wirtschaft und Gesellschaft tauglich macht, kann freilich nicht ohne Rückbesinnung auf die ursprünglich gemeinten Sinngehalt wie auch auf die damalige Realisierungsbedingungen gegeben werden. Denn jede wirtschafts- und gesellschaftspolitische Konzeption ist „Kind ihrer Zeit“, oft so sehr, dass sie unter veränderten Umständen und damit zur Bewältigung neuer Herausforderungen kein taugliches Rüstzeug mehr hergibt.

Eine Rückbesinnung kann prinzipiell zwei Wege folgen, dem der biographischen Analyse, die dem Einfluss von Ideen und Persönlichkeiten auf die Entwicklung einer ordnungspolitischen Konzeption entscheidende Bedeutung beimisst, oder dem strukturellen Erklärungsansatz, der davon ausgeht, dass die damals herrschenden Zeitumstände die Entwicklung und die Ausformung solcher Konzeptionen wesentlich geprägt haben. Im Hinblick auf die großen historischen Umbrüche von Ordnungen und Strukturen im 20. Jahrhundert mag man vielleicht dem letzteren Weg den Vorzug einräumen. Jedoch bleibt zu bedenken, dass es gerade nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes oft ganz entscheidend vom Denken und Tun einzelner Personen abhing, welche der verfügbaren Alternativen tatsächlich realisiert wurden. So schließt sich diese Betrachtung eher an Külp und Berthold an, die feststellen, „...trotz dieser objektiven Bestimmungsgründe verbleibt der Persönlichkeit des Forschers und des Politikers ein bedeutsamer Platz, wenn es darum geht, Veränderungen zu erklären.“ Sie wird sich daher im Folgenden zunächst mit den hervorragenden Personen beschäftigen, die an der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft und ihrer wirtschaftspolitischen Implementierung maßgebend beteiligt waren (Abschnitt 2). Sodann tritt die Pfadabhängigkeit der damaligen geistigen Entwicklungen in den Vordergrund (Abschnitt 3). Dabei wird auf den ideellen Hintergrund der behandelnden Personen hingewiesen. Anschließend ist auf die institutionelle Umgebung einzugehen, die das Denken und die praktische Umsetzung dieser Konzeption prägten. Zum Schluss wird zu erwägen sein, welche Entwicklungschancen die Soziale Marktwirtschaft unter heutigen Bedingungen (noch) hat (Abschnitt 4).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. Dr. Heiko Körner

emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Allgemeine Wirtschaftspolitik, Entwicklungsökonomie und Außenwirtschaft, Institut für Volkswirtschaftslehre, Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Technische Universität Darmstadt.

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