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Sonntag, 24. Juni 2018
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Zeitenwende für hochqualifizierte Angestellte: Über die Bedingungen kollektiver Interessenvertretung in der digitalen Arbeitswelt
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Zeitenwende für hochqualifizierte Angestellte: Über die Bedingungen kollektiver Interessenvertretung in der digitalen Arbeitswelt

21 Seiten · 3,14 EUR
(November 2015)

 
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Aus der Einleitung:

Wenn in der digitalen Arbeitswelt über Arbeit reflektiert wird, wird nicht mehr nur in erster Linie über die Entwicklung von Industriearbeit im engeren Sinne nachgedacht. Immer öfter sind – explizit oder implizit – Arbeitsformen gemeint, die man früher „Kopfarbeit“ oder auch „Angestelltentätigkeiten“ genannt hätte (dazu z.B. Hardt/Negri 2000; Boltanski/ Chiapello 2003; Zizek 2012). Im Gegensatz zur Industriearbeit in der Fertigung und Montage gilt die Angestelltenarbeit traditionell als ein Bereich, in dem die Einführung von Strategien kollektiver Interessenvertretung wenn nicht auf Ablehnung, so doch zumindest auf Schwierigkeiten stößt. Dies lag in der Vergangenheit vor allem daran, dass insbesondere die Tätigkeiten der qualifizierten und hochqualifizierten Angestellten von den Effekten der Industrialisierung weitestgehend ausgenommen blieben. Aufgrund der geringen Transparenz ihrer Arbeitsabläufe verfügten Angestellte über große Autonomiespielräume und Freiheitsgrade bei der Verrichtung ihrer Tätigkeiten. Sie befanden sich daher zwar formell gesehen in einem Lohnarbeitsverhältnis, im Arbeitsprozess konnten sie jedoch die Verausgabung ihrer Arbeitskraft größtenteils selbst organisieren. Unter diesen Voraussetzungen entwickelte sich ein spezifischer Mechanismus sozialer Reproduktion im Angestelltenbereich, den wir als „Expertenmodus“ (Boes et al. 2014a) bezeichnen. Die aus der Intransparenz ihrer Tätigkeit entspringenden hohen „Primärmachtpotenziale“ (Jürgens 1984), über die Angestellte im Expertenmodus verfügten, ließen die Notwendigkeit der Entwicklung von Strategien kollektiver Interessenvertretung für sie gering erscheinen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Lebenslagen – Beiträge zur Gesellschaftspolitk
Hajo Romahn, Dieter Rehfeld (Hg.):
Lebenslagen – Beiträge zur Gesellschaftspolitk
Die Autoren
Dr. Andreas Boes

PD Dr., ist Vorstandsmitglied des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München e.V. und lehrt als Privatdozent an der TU Darmstadt. Er befasst sich seit Ende der 1980er Jahre mit Fragen der Informatisierung der Gesellschaft und der Zukunft der Arbeit.

Dr. Tobias Kämpf

Wissenschaftler am ISF München und Lehrbeauftragter an der Universität Erlangen-Nürnberg. Arbeitsschwerpunkte: Globalisierung und neue Formen internationaler Arbeitsteilung („Offshoring“), Interessenvertretung im Bereich hochqualifizierter Arbeit.

Thomas Lühr

ist Wissenschaftler am ISF München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Informatisierung von Arbeit, Arbeit und Unsicherheit von hochqualifizierten Beschäftigten, Karriere in modernen Unternehmen.

Alexander Ziegler

Wissenschaftler am ISF München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen „Informatisierung von Arbeit“ und „Arbeit und Globalisierung“.