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Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Zur Anwendungsorientierung einer Besonderen Betriebswirtschaftslehre der Genossenschaften
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Zur Anwendungsorientierung einer Besonderen Betriebswirtschaftslehre der Genossenschaften

Plädoyer für ein selbstbezügliches Wissenschafts- und Praxisverständnis

27 Seiten · 3,68 EUR
(Februar 2001)

 
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Aus der Schlußbetrachtung:

Das Problem der Anwendung genossenschaftswissenschaftlicher Ideen und Konzeptionen in der Genossenschaftspraxis ist virulent, weil man einerseits für genossenschaftswissenschaftliche Forschungen den Anspruch der Praxisrelevanz erhebt, andererseits aber feststellen muß, daß genossenschaftswissenschaftliche Erkenntnisse in der Genossenschaftspraxis oftmals keine Verwendung finden. Eine Auseinandersetzung mit diesem Problem findet bisher aber so gut wie nicht statt; vielleicht, weil man die Implikation scheut, daß sich dann die Genossenschaftslehre auch mit sich selber beschäftigen muß. Beharrt die Genossenschaftslehre vor diesem Hintergrund trotzdem darauf, daß ihre Ideen und Konzeptionen in der Genossenschaftspraxis angewendet werden, so muß sie sich die Frage stellen lassen, welche Konsequenzen sie daraus zieht, daß sie damit in den letzten Jahrzehnten wenig erfolgreich ist! Eine angemessene Antwort wird sie nach Auffassung des Verfassers nur dann finden, wenn sie ihre eigene Anwendung in der Genossenschaftspraxis intensiver als bisher reflektiert und sich damit gleichsam mehr als bisher mit sich selbst beschäftigt. Wenn die Genossenschaftslehre mehr als nur „Oberflächenphänomene“ beschreiben will, ist in diesem Sinne zu hoffen, daß vor allem Beratungs− und Aktionsforschungsprojekte in der Zukunft eine größere Rolle als bisher spielen werden. Solche Projekte bieten die Chance, den Gehalt und die Brauchbarkeit genossenschaftswissenschaftlicher Konzeptionen zu verbessern. Die Genossenschaftspraktiker werden aber Beratungs− und Aktionsforschungsprojekten nur dann aufgeschlossen gegenüberstehen, wenn sie aus ihrer Perspektive „nützliche“ Ergebnisse versprechen.

Damit die Genossenschaftspraxis theoretisches Wissen anwendet, muß dieses auf praktische Problemstellungen eine in der Wahrnehmung der Genossenschaftspraxis brauchbare Antwort bieten. Die Genossenschaftslehre ist daher auf ein adäquates Verständnis der Probleme angewiesen, die mit der Führung von Genossenschaften verbunden sind. Den Genossenschaftswissenschaftlern wird also nichts anderes übrig bleiben, als – mehr als bisher – „in die ‘Niederungen’ der Praxis hinabzusteigen, sich in deren Problemlösungs−Prozesse involvieren zu lassen, um daraus Erfahrungen und Material für Wissenschaftliches zu gewinnen“.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der Autor
Dr. Johannes Blome-Drees
Johannes Blome-Drees

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Sozialpolitik der Universität zu Köln und Forschungsbeauftragter am Seminar für Genossenschaftswesen der Universität zu Köln.

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