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Zur Einführung des ESVG 2010 in die deutsche Finanzierungsrechnung
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Zur Einführung des ESVG 2010 in die deutsche Finanzierungsrechnung

21 Seiten · 3,84 EUR
(22. Juni 2017)

 
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Aus der Einleitung:

In dem Beitrag von Manuel Rupprecht steht die Einführung des ESVG 2010 in die deutsche Finanzierungsrechnung im Mittelpunkt der Betrachtung. Im Oktober 2014 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank erstmals Angaben zur deutschen FinR gemäß ESVG 2010. Wesentliches Merkmal dieses neuen methodischen Rahmenwerks ist die Erweiterung des Datensatzes um zahlreiche Details. So werden institutionelle Sektoren und finanzielle Instrumente nun deutlich differenzierter als zuvor ausgewiesen; neue Instrumente werden erstmals berücksichtigt, die seit der letzten methodischen Überarbeitung im Jahr 1999 im ökonomischen Geschehen an Bedeutung gewonnen haben; die transaktionsbedingten Bestandsänderungen (z.B. in Form von Nettokäufen eines bestimmten Finanzinstruments) werden um Bewertungseffekte ergänzt, die im Betrachtungszeitraum auftreten. Eine zentrale Erweiterung besteht zudem im erstmaligen Ausweis sogenannter Schuldner-Gläubiger-Beziehungen. Die schon bisher enthaltenen Informationen zur Art und zur Höhe der sektoralen Forderungen und Verbindlichkeiten werden damit um den wichtigen Aspekt ergänzt, gegenüber welchem Sektor diese Beziehungen jeweils bestehen. Darüber hinaus führte das ESVG 2010 zu einigen konzeptionellen Änderungen, die insbesondere den finanziellen Sektor betreffen. Die Umsetzung der neuen Vorgaben war mit einigen Herausforderungen und Problemen verbunden. Insgesamt steht damit ein konsistenter Datensatz von hoher Qualität zur Verfügung, der die Möglichkeiten der Analyse verschiedenster ökonomischer Fragestellungen auf makroökonomischer spürbar verbessert – nicht nur in Deutschland sondern auch in allen Ländern der Europäischen Union.

Zu den von dieser Aktualisierung betroffenen Statistiken zählt auch die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung, die in Deutschland von der Deutschen Bundesbank verantwortet wird. Dieses Rechenwerk ist fester Bestandteil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) und ergänzt die aggregierte Darstellung realwirtschaftlicher Transaktionen einer Volkswirtschaft um die gleichzeitig ablaufenden Vorgänge in der finanziellen Sphäre. Ihre Ergebnisse zeigen auf, wer in einer Volkswirtschaft in welchem Umfang und in welcher Form (Kredite, Aktien, Einlagen etc.) finanzielle Mittel bereitgestellt oder beansprucht hat und welche Finanzintermediäre in den Finanzierungskreislauf eingeschaltet worden sind. Zusammen mit der konsistenten Darstellung der dazugehörigen Bestände (sog. Geldvermögen und Verbindlichkeiten) entsteht so ein umfassendes Bild der finanziellen Geschehnisse in der deutschen Volkswirtschaft.

Dieser Aufsatz beschreibt die wesentlichen konzeptionellen Änderungen, die sich mit der Einführung des ESVG 2010 in die Finanzierungsrechnung ergeben haben. Es werden ausgewählte Ergebnisse präsentiert und deren Verwendungsmöglichkeiten in der ökonomischen Analyse diskutiert. Schließlich wird auf die Herausforderungen und Probleme eingegangen, die sich im Rahmen der Umsetzung einzelner Vorgaben ergeben haben.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung
Reimund Mink, Klaus Voy (Hg.):
Die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung
the author
Prof. Dr. Manuel Rupprecht
Manuel Rupprecht

ist Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Internationale Wirtschaftspolitik an der Fachhochschule Münster. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Münster und in Christchurch/Neuseeland. Nach seiner Promotion in Frankfurt wechselte er in die geldpolitische Abteilung der Deutschen Bundesbank. 2011 übernahm er dort die Leitung der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung. In dieser Funktion beriet er u.a. den Bundesbankvorstand in geldpolitischen Fragen. Darüber hinaus vertrat er die Position der Bundesbank in verschiedenen internationalen Gremien und Arbeitsgruppen (EZB, EU, OECD). 2016 wechselte er zurück nach Münster und übernahm die oben genannte Professur.

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