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Sonntag, 21. Oktober 2018
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Zur Evolution von Kooperation und Konkurrenz
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Zur Evolution von Kooperation und Konkurrenz

18 Seiten · 4,21 EUR
(Dezember 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Mit der Frage, welche Beziehungen zwischen Konkurrenz, Kooperation und Moral bestehen, hat sich auch Franz Haslinger auseinandergesetzt. Ihn beschäftigte vor allem die Frage, wie institutionelle Bedingungen menschliches Handeln beeinflussen. Ausgehend von der allgemeinen Gleichgewichtstheorie und den beiden bekannten Wohlfahrtstheoremen zeigte er, dass in der Welt der allgemeinen Gleichgewichtstheorie die individuelle Moral irrelevant ist. Erst wenn Unsicherheit und Informationsasymmetrien vorliegen, entsteht die Notwendigkeit, Vertrauen zu zeigen und individuelle Moraltugenden zu entwickeln. Damit ist ein Weg gefunden, der von der Konkurrenz der allgemeinen Gleichgewichtstheorie zur Kooperation in einer Welt unvollkommener Verträge und unvollständiger Gesetze führt. Persönlich außerordentlich hilfsbereit und freundlich beschäftigte sich Franz Haslinger auch wissenschaftlich mit den Ursachen und Auswirkungen von Kooperation und Moral im Vergleich zur Konkurrenz.

Wie er gezeigt hat, sind Kooperation und Konkurrenz keine Gegensätze, sondern ergänzen sich vielmehr und sind kontingent zu bestimmten Handlungsbedingungen. Tatsächlich sind Kooperation und Konkurrenz die wichtigsten Aspekte interpersonalen Verhaltens und sozialer Interaktion. Sie sind die beiden grundsätzlichen Lösungsformen des Knappheitsproblems, des Grundphänomens des Lebens schlechthin. Allerdings gibt es in der Literatur keine exakte und allgemein geteilte Definition von Konkurrenz und Kooperation. Zumeist wird in Gefangenen-Dilemma-Spielen die „gute“ Strategie als kooperative und die „schlechte“ Strategie als defekte bzw. konkurrierende bezeichnet. Die „gute“ Strategie ist die bessere, wird aber auf Grund von falschen Anreizen von den Spielern nicht gewählt. Daraus resultiert das Kooperationsproblem. Die Konkurrenz-Strategie kommt vergleichsweise schlecht weg, Konkurrenz und Kooperation werden nicht symmetrisch behandelt.

Sowohl Konkurrenz als auch Kooperation haben Vor- und Nachteile. Die Konkurrenz hat den Vorteil, dass man auf Kosten eines anderen gewinnt und entsprechende Anreize erfährt, im Konkurrenzkampf zu gewinnen. Der Nachteil liegt darin, dass man mögliche Kooperationsgewinne nicht realisiert und Streitkosten verursacht. Diese Realisierung eines Kooperationsgewinns ist der Vorteil der Kooperation. Ihr Nachteil liegt darin, dass die Organisation von Kooperation Koordinationskosten verschlingt.

Experimente haben gezeigt, dass die Menschen nicht so eigennützig sind, wie die traditionelle Theorie in ihrem Homo-oeconomicus-Modell behauptet hat. Selbst in Ultimatum- und Diktator-Spielen zeigen die Menschen ein gewisses Maß an Aufteilungsgerechtigkeit. Aber auch in Gefangenen-Dilemma- Spielen kooperieren Menschen häufiger, als die Spieltheorie vorhersagt. Dies legt die Vermutung nahe, dass Menschen sich sowohl als Konkurrenten als auch als Kooperateure wahrnehmen. In den Menschen scheint ein bestimmtes Mischungsverhältnis von Konkurrenz und Kooperation angelegt zu sein.

In diesem Aufsatz soll zunächst versucht werden, Konkurrenz und Kooperation exakt zu definieren. Anschließend werden verschiedene Spiel- Auszahlungen eines Evolutionsspiels betrachtet und gezeigt, dass sowohl Konkurrenz als auch Kooperation in der Evolution entstehen und in Form eines evolutionsstabilen Gleichgewichts überleben können.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Auf allen Märkten zu Hause
Christiane Clemens, Maik Heinemann, Susanne Soretz (Hg.):
Auf allen Märkten zu Hause
Der Autor
Prof. Dr. Peter Weise
Peter Weise

1941, 1976-1982 Professor für Wirtschaftstheorie an der Universität Paderborn, seit 1982 Professor für Wirtschaftswissenschaftem mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung an der Universität Kassel. Hauptarbeitsgebiete: Institutionenökonomik, Evolutorische Ökonomik, Wirtschaftsethik, Konjunkturtheorie

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