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Dienstag, 21. August 2018
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Zwischen Metropolisierung und Schrumpfung
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Zwischen Metropolisierung und Schrumpfung

Wie steht die aktuelle Raumentwicklung zur Nachhaltigkeit?

25 Seiten · 3,41 EUR
(Dezember 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Nachhaltige Entwicklung hat nahezu immer eine ausgeprägte räumliche Komponente. Entscheidungen für bestimmte Flächennutzungen können ursächlich für die Ausbildung räumlicher und sozioökonomischer Disparitäten und für Umweltbelastungen sein. Die Rolle der Raumentwicklung für eine nachhaltige Entwicklung findet daher weltweit eine zunehmende Beachtung. Auf europäischer Ebene wurden 2000 Leitlinien einer nachhaltigen Raumentwicklung verabschiedet. Diese integrieren die folgenden vier Dimensionen räumlicher Nachhaltigkeit: ökonomische, soziale, ökologische und kulturelle Nachhaltigkeit. In der Bundesrepublik wurde 1998 die nachhaltige Entwicklung als Leitbild der räumlichen Entwicklung in das novellierte Raumordnungsgesetz (ROG) integriert und dadurch gesetzlich verankert. Das ROG definiert die nachhaltige Raumentwicklung in §1 als eine Entwicklung, "die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang bringt und zu einer dauerhaften, großräumig ausgewogenen Ordnung führt". Konkret bedeutet dies, dass die Raumentwicklung auch den Bedürfnissen kommender Generationen gerecht werden muss, ohne jedoch die derzeitigen Bewohner gravierend zu beeinträchtigen oder einzuschränken. Erforderlich sind daher Raumnutzungen, die sorgfältig untereinander abgewogen und möglichst lange offen gehalten werden. 2002 legte die Bundesregierung eine Strategie für eine nachhaltige Entwicklung des Bundesgebietes unter dem Titel "Perspektiven für Deutschland" vor. Im Raumordnungsbericht 2005 wurde ein Indikatorenkonzept veröffentlicht, welches anhand von 17 Kernindikatoren Zielvorgaben einer nachhaltigen Raumentwicklung auf ihre Erreichung überprüft.

Auch wenn im ROG die Leitvorstellung der nachhaltigen Raumentwicklung konkretisiert wird, liegt bislang keine abschließende und international akzeptierte Definition des Begriffes der "Nachhaltigen Raumentwicklung" vor. Hierdurch bietet sich ein breiter Interpretationsspielraum in Abhängigkeit der geographischen oder fachlichen Herkunft des Betrachters. Konsens besteht lediglich darin, dass eine nachhaltige Raumentwicklung die drei grundlegenden Dimensionen der Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie und Soziales integrativ berücksichtigen muss. Folgt man der Leitvorstellung des ROG, so scheint es momentan sowohl auf globaler wie nationaler Ebene schwierig, eine solche Nachhaltigkeit in der tatsächlichen Raumentwicklung zu erkennen. In den folgenden Abschnitten werden die erheblich differierenden räumlichen Entwicklungen aufgezeigt. Während v.a. in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern die Raumentwicklung aktuell durch ausgeprägte Metropolisierungsprozesse sowie gleichzeitig durch eine zunehmende Peripherisierung und Abkoppelung entlegener, überwiegend ländlich geprägter Räume bestimmt wird, dominieren in den westlichen Industrieländern Schrumpfungstendenzen, u.a. bedingt durch den demographischen Wandel.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung!
Studierendeninitiative Greening the University e.V., Tübingen (Hg.):
Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung!
Die Autorin
Heidi Megerle

Studium der Geographie (Diplom) in Tübingen und Aixen- Provence. Mehrjährige Tätigkeiten in der Planungspraxis, u.a. bei einer internationalen Naturschutzorganisation sowie der Umweltabteilung des TÜV Südwest. Promotion und Habilitation in Geographie an der Universität Tübingen. Seit Oktober 2009 Professorin für Angewandte Geographie und Planung an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar