sprache deutsch
sprache english
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Donnerstag, 19. Juli 2018
 Startseite » Umwelt  » Nachhaltigkeit & Generationengerechtigkeit 

Ausnahmezustand

Unsere Gegenwart von A bis Z

Weltrettungs-ABC IV

386 Seiten ·  28,00 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1302-2 (April 2018 )

Hardcover, Fadenheftung

 
 

Die Welt scheint aus den Fugen. Wir müssen mit aller Kraft unsere Lebensweise verteidigen, wenn wir weiter in Freiheit leben wollen. Gleichzeitig muss diese Lebensweise radikal verändert werden, wenn sie sozial, ökologisch und ethisch vertretbar sein soll. Diesen Ausnahmezustand buchstabiert das Buch durch:

Anomalie * Bequemlichkeit * Clusterfuck * Digitalisierung * Eskalation * Feigheit

Glauben * Hitler * Imagine * Jungtiere * Kritik * Lebensweisen * Mensch

Nirwana * Opfer * Pessimismus * Quacksalberei * Reinheit * Schrumpfung

Transformationen * USA * Verkennung * "Wir" * X7 * Youtube * Zukunftsbilder

TAZ, Futurezwei, Nr. 5, 2018 ()

"einer der ganz wenigen Ökonomen, die Nachhaltigkeit systematisch denken können. Er schreibt seinen Ausnahmezustand in sehr flottem Ton und spart auch Themen wie die libidinöse Besetzung von Technik oder die immanente Widersprüchlichkeit des Öko-Diskurses nicht aus. Wenn er etwa die "friedensstifende Funktion" wirtschaftlichen Wachstums konstatiert und in objektivem Widerspruch zu Nachhaltigkeitspostulaten sieht, dann ist das sehr klug, und wenn er vor diesem Hintergrund "ehrliche Wachstumsziele" fordert, ebenfalls. Ganz in diesem Sinn einer analytischen Ehrlichkeit plädiert Luks für "Eskalationsunterbrechungen", also politische Interventionen, die nicht auf Technik oder Wertewandel setzen, sondern auf, sagen wir, kulturelle Intelligenz: Es sei "notwendig, Dinge zuzulassen, die nach herrschenden Kriterien unproduktiv und unnütz sind. Man muss, so abstrus das zumal für Ökonominnen klingen mag, vernünftige Wege finden, Unvernünftiges zuzulassen ..." Hier entfernt sich der Autor wohltuend von jenem Effizienzmythos, der den Nachhaltigkeitsdiskurs unseligerweise dominiert. Sein Buch ist gedankenreich und an vielen Stellen originell und fruchtbar."



Infosperber ()

"Aus den rund hundert im Herbst angekündigten Seiten zum gegenwärtigen «Ausnahmezustand» wurde nicht zufällig gut das Dreifache. Fred Luks, der an der Wirtschaftsuniversität Wien ein Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit leitet, liefert damit die vierte, umfassendste Folge seines mit spitzer Ironie so genannten «Weltrettungs-ABC». In ihm setzt er sich seit 2011, dem Fukushima-Jahr, mit der jeweils aktuellen Lage sowie dem Stand der Bemühungen seiner Zunft auseinander. Vorkenntnisse sind von Vorteil, auch eine gewisse Standfestigkeit. Wer eher Grundinformationen sucht oder sich leicht provozieren, durch Zweifel entmutigen lässt, sei gewarnt. Gegen vermeintliches Missionieren polemisiert der Freigeist oft selbst missionarisch. Das kann nerven, hilft aber auch, eigene dogmatische Verhärtungen zu hinterfragen, um Widerspruch und Widersprüche ruhiger auszuhalten.

Ich bin in diesem Buch vielen Büchern wieder begegnet, die mich in den letzten Jahren weiterbrachten. Sie werden hier abwägend und argumentierend mit anderen verbunden. ... Letztere [Zukunftsbilder] seien für eine Überwindung des Ausnahmezustandes entscheidend, hält der Autor fest. Das habe auch das Konzept des Buches bestimmt: «Es geht nicht darum, pessimistische Horrorgeschichten zu erzählen, sondern den skeptischen Blick auf die Lage der Dinge für einen produktiven Umgang mit dieser Lage fruchtbar zu machen.» Den nüchternen Blick auf die Gegenwart braucht es, «aber eben auch auf das, was kommt». Dass wir darüber nichts sicher wissen, es gar nicht wissen können, sei eine gute Nachricht. So werden zum Beispiel die Umbrüche der digitalen Revolution massive Folgen haben, ebenso der demographische Wandel. Doch treffsichere Aussagen, «wie sich diese Veränderung auf Innovationsfähigkeit, Sozialsysteme und Wertehaltungen auswirken wird», sind unmöglich. Dennoch, ja gerade deshalb braucht es Zukunftsbilder, «wenn man gestalteten Wandel anstrebt und erlittenen Wandel vermeiden will». Und in groben Konturen ist eine zukunftsfähige Gesellschaft vorstellbar.

Davon geht der Schlussessay über «Begründete Hoffnungen» aus. Diese müssten zwar den gefährlichen Geist eines «grossen Sprungs nach vorn» meiden, aber pragmatische Schritte allein würden sich bald erschöpfen. «Forderungen nach einer ökologischen Steuerreform (ganz wichtig), Konzepte für mehr Bildung (essenziell, insbesondere frühkindliche Förderung), oder Aufrufe zu einer solidarischen Lebensweise sind ja nicht falsch oder unsympathisch» - doch es genügt nicht, ist zu wenig radikal. Weil es keine Perspektive mehr ist, weltweit auf weiteres Wachstum zu setzen, müssen wir «massive Schrumpfungsprozesse organisieren». Luks meidet den Begriff des Verzichts. Gefragt wären alternative Wohlstandsmodelle, die «auf dem Bestehenden aufbauen und darüber hinausgehen», auch für Mehrheiten bei uns anschlussfähig sind. Dabei wären etwa Fülle und Schönheit gegen Verschwendung und Zerstörung zu setzen, oft einfach Vernunft gegen Unvernunft. Selbst das früh von kühnen Sozialisten postulierte Recht auf Faulheit könnte Anstösse geben. Müssiggang - mehr freie Zeit! «Burnout und Klimawandel haben die gleiche Ursache», wird ein Kollege zitiert: «Wir arbeiten zu viel und zu intensiv.» Ein radikaler Umbau der Arbeitswelt als Erlösung?"




Der Autor
Dr. Fred Luks
Fred Luks

hat in Hamburg und Honolulu Volkswirtschaftslehre studiert. Er beschäftigt sich seit langem in Forschung, Lehre und Management mit Zukunftsfragen. Luks hat zu diesem Themenbereich zahlreiche Publika­tionen vorgelegt. Er war Vorsitzender der Vereinigung für Ökologische Ökonomie. Zu seinen beruflichen Stationen gehören die Leitung eines inter­disziplinären Forschungsprojekts, eine Gastprofessur an der Univer­sität Hamburg, die Tätigkeit als Nachhaltigkeitsmanager eines großen Unternehmens und die Leitung des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er bloggt unter www.fredluks.com.

[weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "gedankenreich und an vielen Stellen originell und fruchtbar" ...
    TAZ, Futurezwei, Nr. 5, 2018 mehr...
  • "Wer eher Grundinformationen sucht oder sich leicht provozieren, durch Zweifel entmutigen lässt, sei gewarnt." ...
    Infosperber mehr...
das könnte Sie auch interessieren