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Samstag, 15. Dezember 2018
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Beschäftigung, Beschäftigungspolitik und Verteilung
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Beschäftigung, Beschäftigungspolitik und Verteilung

20 Seiten · 4,17 EUR
(Februar 2017)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Hermann Adam behandelt die möglichen Auswirkungen von Beschäftigungsniveau und Beschäftigungspolitik auf die Verteilung. Dafür stellt er im ersten Abschnitt dar, wie sich die funktionelle Einkommensverteilung, gemessen an der strukturbereinigten Lohnquote in Deutschland, entwickelt hat. Er zeigt, dass sich diese Quote von 1961 bis 1980 deutlich erhöht, dann aber noch stärker verringert hat, wobei letztere Phase zugleich durch einen kräftig steigenden Anteil der obersten 10% der Einkommensbezieher gekennzeichnet ist. Dieser Anteil ist außerdem sehr deutlich positiv mit der Arbeitslosenquote korreliert. Vieles spreche daher dafür, dass die Beschäftigungslage ein wichtiger Bestimmungsfaktor für die personelle und funktionelle Einkommensverteilung ist. Daraus folgt dann auch, dass die betriebene Beschäftigungspolitik die Einkommensverteilung beeinflusst. Hermann Adam untermauert diese These, indem er der Phase der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik in Deutschland von 1975-1980 (gekennzeichnet durch das Zukunftsinvestitionsprogramm, das 1977-1980 umgesetzt wurde) die Phase angebotsorientierter Wirtschaftspolitik von 1982-1987 gegenüberstellt. Die letztgenannte Wirtschaftspolitik vernachlässigt die negativen kurzfristigen Beschäftigungseffekte und behauptet positive langfristige Effekte, ohne diese näher zu begründen.

In der ersten Phase stieg die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer um 1,5 Mio, in der zweiten nur um 0,5 Mio. Spiegelbildlich dazu ging in der 1. Phase die Zahl der Arbeitslosen um 189.000 zurück, stieg dagegen in der 2. Phase um knapp 400.000 Personen. Die Wirkung auf die Einkommensverteilung entspricht Adams Vermutungen. In beiden Aufschwungphasen steigen die Selbstständigeneinkommen stärker an als die Einkommen der Arbeitnehmer, in der ersten um geringe 4,5%, in der zweiten dagegen um 31,5%. Zur Änderung der Einkommensverteilung trug auch der abnehmende Einfluss der Gewerkschaften bei, deren Organisationsgrad seit Mitte der 1980er Jahre dramatisch zurückgeht, u.a. weil die Zahl der stärker gewerkschaftlich organisierten Arbeiter deutlich sinkt.

In einem letzten Abschnitt arbeitet Adam heraus, dass vergleichbare Zusammenhänge auch für die Zeit nach der Finanzkrise 2007/8 im europäischen Vergleich feststellbar sind. Die damals ergriffenen nachfrageorientierten Maßnahmen haben (insbesondere in Deutschland) die Nachfrage stabilisiert. Abschließend plädiert Adam dafür, die Verteilungswirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen nicht – wie es oft geschieht – auszublenden oder zu bagatellisieren.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Krise der europäischen Integration aus keynesianischer Sicht
Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt (Hg.):
Die Krise der europäischen Integration aus keynesianischer Sicht
Der Autor
Prof. Dr. Hermann Adam

geb. 1948, Honorarprofessor, lehrt Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Weitere Angaben unter http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/mitarbeiter/adamh/index. html

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