Die Reihe wird von
Hans Diefenbacher
herausgegeben. Leider ist der Fortgang der 2008 begonnenen Reihe 2012 ins Stocken geraten. Wir lassen den ursprünglichen Begleittext zur Reihe hier stehen, glauben aber nicht, den Veröffentlichungsplan realisieren zu können.
Martin Buber hat zwischen 1906 und 1912 insgesamt vierzig kleine Bände als Teile einer von ihm initiierten "Sammlung sozialpsychologischer Monographien" mit dem Titel "Die Gesellschaft" herausgegeben. Buber selbst schrieb in dem Prospekt zur Reihe: "Es ist ein tief berechtigtes und immer nachdrücklicher sich durchsetzendes Bestreben unserer Zeit, das Leben der Gesellschaft, seine Formen und Äußerungen in klarer, wissenschaftlich durchgearbeiteter und literarisch wertvoller Darstellung zur Kenntnis aller Gebildeten zu bringen." In einer Würdigung zum Anlass des 25. Todestags von Martin Buber hat Erhard R. Wiehn diese Sammlung als "insgesamt wohl umfassendste Beschreibung und Analyse der Wilhelminischen Gesellschaft
des Deutschen Kaiserreichs vor dem Ersten Weltkrieg" bezeichnet.
In den nächsten Jahren werden im Metropolis-Verlag die vierzig erschienenen Bände der
Reihe neu aufgelegt. Jedem der Bände wird ein neuer Text hinzugegeben, in dem das jeweilige
Thema von einem Fachkundigen aus heutiger Sicht abgehandelt wird. Dieser neue Text wird durchaus kritisch und kommentierend auf den Text des jeweiligen von Buber herausgegebenen Bandes Bezug nehmen, sich aber nicht in einer historisch-wissenschaftsgeschichtlichen Betrachtung erschöpfen: Der Kern der neuen Texte wird in einer aktuellen Analyse des betreffenden Themenfeldes bestehen.
Damit macht die neue Edition der Sammlung "Die Gesellschaft" nicht nur eine einzigartige
Reihe sozialgeschichtlich wertvoller Monographien wieder zugänglich. Sie übernimmt
darüber hinaus den Versuch, der Frage nachzugehen, inwieweit in den Texten von 1906
bis 1912 bereits Entwicklungen und Tendenzen der letzten hundert Jahre aufzuspüren
sind.
Das letzte Jahrhundert hat nun wahrhaftig auch neue Themen erzeugt. In der Neuausgabe
der "Gesellschaft" werden daher einige wenige zusätzliche Bände zu Themen erscheinen,
die es in Martin Bubers Reihe nicht gab.
In jedem Band soll ein kurzer Anhang des Herausgebers biographische Informationen über die Verfasser der Texte und, sofern nötig, Verständnishilfen zum Originaltext vermitteln.
Die Reihe ist auf insgesamt 45 Bände angelegt.
Martin Buber: Die Gesellschaft
- Das Proletariat Werner Sombart 1906
- Die Religion Georg Simmel 1906
- Die Politik Alexander Ular 1906
- Der Streik Eduard Bernstein 1906
- Die Zeitung J.J. David 1906
- Der Weltverkehr Albrecht Wirth 1906
- Der Arzt Ernst Schweninger 1906
- Der Handel Richard Calwer 1907
- Die Sprache Fritz Mauthner 1907
- Der Architekt Karl Scheffler 1907
- Die geistigen Epidemien Willy Hellpach 1907
- Das Warenhaus Paul Göhre 1907
- Die Revolution Gustav Landauer 1907
- Der Staat Franz Oppenheimer 1907
- Die Schule Ludwig Gurlitt 1907
- Das Parlament Hellmuth von Gerlach 1907
- Das Theater Max Burckhardt 1907
- Die Kolonie Paul Rohrbach 1907
- Das Kunstgewerbe Oskar Bie 1908
- Der Ingenieur Ludwig Brinkmann 1908
- Die Börse Friedrich Glaser 1908
- Der Sport Robert Hessen 1908
- Der Erfinder/Entdecker Wilhelm Ostwald 1908
- Die Sitte Ferdinand Tönnies 1909
- Die Kirche Arthur Bonus 1909
- Der Richter Martin Beradt 1909
- Die Frauenbewegung Ellen Key 1909
- Die Partei Carl Jentsch 1909
- Das Recht Josef Kohler 1909
- Die Erziehung Rudolf Pannwitz 1909
- Die Erotik Lou Andreas-Salomé 1910
- Der Dilettantismus Rudolf Kassner 1910
- Die Arbeiterbewegung Eduard Bernstein 1910
- Das Heer Carl Bleibtreu 1910
- Der Schriftsteller Wilhelm Schäfer 1910
- Die Technik Julius Goldstein 1912