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Saturday, August 24, 2019
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Die Cambridge-Gleichung: eine Neubewertung
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Die Cambridge-Gleichung: eine Neubewertung

16 Seiten · 3,53 EUR
(März 2009)

 
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Aus der Einleitung:

In der Geschichte der ökonomischen Theorie gab es verschiedene Versuche, den Wirtschaftsprozess mit einer einfachen Gleichung zu erklären. Aus diesen erwuchsen ökonomische Schulen, und es ergaben sich zahlreiche kritische Auseinandersetzungen. Die Tauschgleichung Fishers oder die Cambridge-Gleichung Pasinettis stellen Beispiele dafür dar.

Die Cambridge-Gleichung, die aussagt, dass die Profitrate von der Sparneigung der Kapitalisten und der Akkumulationsrate des Kapitals bestimmt wird und unabhängig von der Sparneigung der Arbeiter und von den technischen Bedingungen der Produktion ist, wurde ursprünglich von Kaldor (1955-56) präsentiert. Jedoch leitete Kaldor die Cambridge-Gleichung unter der beschränkenden Voraussetzung ab, dass Arbeiter nicht sparen. Im Gegensatz dazu leitete Pasinetti (1962) sie unter Berücksichtigung der Ersparnisse von Arbeitern her. Eine wichtige Implikation der Cambridge-Gleichung besteht darin, die Verteilungstheorie der Neoklassik zu kritisieren, nach der die Entlohnung der Produktionsfaktoren von ihrer Grenzproduktivität determiniert wird. Vertreter der Neoklassik wie Meade (1963), Samuelson und Modigliani (1966), setzten sich daher mit der Allgemeingültigkeit der Cambridge-Gleichung auseinander.

Die verteilungstheoretische Debatte zwischen Vertretern der Neoklassik und der Cambridge-Schule bildet einen bedeutenden Teil der Cambridge-Kontroverse. Im Lauf der Zeit wurde die Diskussion über die Cambridge-Gleichung dadurch erweitert, dass der Staatssektor ins Modell eingeführt wurde. Steedman (1972) wies die Gültigkeit der Cambridge-Gleichung unter der Annahme eines ausgeglichenen Staatshaushalts nach. Fleck and Domenghino (1987) behaupteten dagegen, dass die Cambridge-Gleichung nicht mehr gilt, wenn man die Annahme des Budgetausgleichs nicht trifft. Im Gegensatz dazu bewiesen Pasinetti (1989a, 1989b), Dalziel (1989), Denicolo and Matteuzi (1990), Araujo (1992-93) u.a., dass die Cambridge-Gleichung gültig ist, selbst wenn ein unausgeglichenes Staatsbudget vorliegt.

In jüngster Zeit wurde die Behauptung aufgestellt, dass die Cambridge-Gleichung nicht mehr gilt, sobald man Geld ins Modell einführt. Diese Arbeit zeigt aber, dass die Cambridge-Gleichung grundlegend gültig ist, wenn man die Geldemission als eine grundlegende Funktion des Staates (oder der Zentralbank) in Betracht zieht. Zu diesem Zweck geht diese Arbeit wie folgt vor. In Kapitel 2 wird kurz betrachtet, wie die Cambridge-Gleichung ursprünglich im Modell Kaldors und im Modell Pasinettis hergeleitet wurde. In Kapitel 3 wird untersucht, wie die ursprüngliche Form der Cambridge-Gleichung im erweiterten Modell abgeleitet werden kann, wenn das Budgetdefizit durch Geldemission bzw. durch Staatsanleihen finanziert wird. Dabei wird die Cambridge-Gleichung als eine Bestimmungsgleichung der Ertragsrate des Vermögens redefiniert. In Kapitel 4 wird analysiert, wie die Profitrate im erweiterten Modell bestimmt wird. Hierbei hängt die Profitrate nicht nur von der Sparneigung der Kapitalisten und der Kapitalakkumulation ab, sondern auch von der Geldpolitik des Staates. In Kapitel 5 werden Schlussfolgerungen dieser Arbeit kurz diskutiert.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Min-Chang Ko

Assistant Professor, Wonkwang University, Korea