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Die Effekte von regionalen demografischen Trends auf die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit
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Die Effekte von regionalen demografischen Trends auf die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit

32 Seiten · 4,24 EUR
(July 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Im einundzwanzigsten Jahrhundert werden die meisten Industrieländer einen Prozess durchlaufen, der unter dem Begriff demografischer Wandel durch steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenraten eine Alterung und Schrumpfung ihrer Bevölkerung mit sich bringt. In einer alternden Gesellschaft nimmt die Anzahl der Rentner relativ zur Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zu, was zu einer gewissen Besorgnis im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der öffentlichen Rentensysteme geführt hat. Da diese üblicherweise auf nationaler Ebene verwaltet werden, haben die meisten Ökonomen sich des Themas ebenfalls auf nationaler Ebene angenommen. So diskutieren etwa Muysken et al. (2008) die Möglichkeit, durch Immigration die Probleme der Alterung abzufedern.

In den letzten Jahren hat allerdings auch eine Reihe von regionalökonomischen Studien das Thema demografischer Wandel aufgenommen und dabei an eine Tradition innerhalb der Regionalwissenschaften angeknüpft, die schon seit den grundlegenden Arbeiten von Batey und Madden (1981) den Zusammenhang zwischen Ökonomie und Demografie diskutiert. Ein solcher Ansatz ist sinnvoll, weil zumindest innerhalb der Europäischen Union die Diversität demografischer Trends zwischen einzelnen Regionen größer ist als zwischen den Mitgliedsstaaten. Park und Hewings (2007) weisen darauf hin, dass Studien mit einem Fokus auf nationale Trends die Existenz von regionalen Unterschieden in den ökonomischen und demografischen Strukturen nicht ausreichend berücksichtigen. Auf regionaler Ebene befassen sich Yoon und Hewings (2006) mit den Auswirkungen des demografischen Wandels in der Region Chicago, diskutiert Dewhurst (2006) den Effekt des demografischen Wandels auf die sektorale Produktion in Schottland und beleuchten Tivig und Kühntopf (2009) die Diversität der demografischen Trends in verschiedenen Regionen Europas.

Das vorliegende Papier präsentiert ein weiteres Argument für die Bedeutung von Studien zu regionalen demografischen Trends, indem es diese Trends in Beziehung zu der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit setzt. Ein offensichtlicher Zusammenhang besteht darin, dass eine Abnahme der Bevölkerung bei konstantem Energieverbrauch pro Kopf zu einer Abnahme des gesamten Energieverbrauchs und der damit verbundenen Emissionen führt. So gesehen könnte man hoffen, dass der demografische Wandel dazu beiträgt, einen aus ökologischer Sicht nachhaltigeren Entwicklungspfad zu erreichen. Allerdings könnte der demografische Wandel den Energieverbrauch pro Kopf durchaus beeinflussen, weil ältere Menschen andere Güter konsumieren als jüngere. Wenn der Anteil der älteren Menschen steigt, könnte sich dadurch die Struktur der Konsumausgaben verändern, was entlang der Produktionsketten Auswirkungen auf die sektorale Produktion und den Energieverbrauch der Industrie hätte.

Vor diesem Hintergrund untersuchen wir in diesem Beitrag die Effekte des demografischen Wandels auf die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit. Aus praktischen Gründen liegt der Fokus auf dem Energieverbrauch und den Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen. Um der Bedeutung regionaler demografischer Trends nachzukommen, wurden zwei Regionen mit sehr unterschiedlichen demografischen Aussichten zur Analyse ausgewählt: die Bundesländer Hamburg (HH) und Mecklenburg-Vorpommern (M-V). M-V dient dabei als Beispiel für eine ländliche Region mit schwierigen wirtschaftlichen Perspektiven, in der die Auswanderung junger Menschen die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung verstärkt, wohingegen HH als Beispiel für eine städtische Region mit florierender Wirtschaft dient, in der das Gegenteil der Fall ist. Für diese beiden Regionen wurde ein Modell zur Projektion der Konsumausgaben der privaten Haushalte zwischen 2006 und 2030 erstellt. Diese Projektionen zeigen, wie der demografische Wandel sich auf die Höhe und die Zusammensetzung der Konsumausgaben auswirkt. Um die Effekte dieser demografisch induzierten Veränderungen auf Energieverbrauch und Emissionen abzuschätzen, wurden für beide Regionen eigens erstellte Input-Output-Modelle verwendet.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
Harald Hagemann, Michael von Hauff (Hg.):
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
the authors
Prof. Dr. Tobias Kronenberg
Tobias Kronenberg

ist Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Nachhaltige Ökonomie, an der Hochschule Bochum.

[weitere Titel]
Stephan Kühntopf

Dipl.-Vw., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels.

Prof. Dr. Thusnelda Tivig
Thusnelda Tivig

ist tätig am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels.