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Experimente in der Familienökonomik
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Experimente in der Familienökonomik

24 Seiten · 4,48 EUR
(Juli 2016)

 
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Abstract:

Experimental studies are rather scarce in family economics. This paper gives a structured overview of the existing economic experiments conducted with real-life couples worldwide. It discusses the limits and chances of family economic experiments in complementing the findings of non-experimental studies. As a key advantage, an effective experimental design allows to infer causality and investigate the role of information and communication in couple decision making.

Aus der Einleitung:

Die meisten Menschen verbringen zumindest einen Teil ihres Lebens als Paar oder Familie und treffen in diesem Kontext Entscheidungen, die Auswirkungen nicht nur auf sie selbst, sondern auch auf die mit ihnen zusammenlebenden Personen haben. Die familiären Abhängigkeiten und Interaktionen reichen zudem in fast alle Bereiche des gemeinschaftlichen Lebens hinein. Aus gesellschaftspolitischer Sicht ist deshalb relevant, auf welche Art und Weise politische Instrumente (z.B. der Steuer- und Sozialgesetzgebung oder des Heirats-, Scheidungs- und Unterhaltsrechts) die Entscheidungsfindungen von Paaren beeinflussen und ihre Ergebnisse lenken können.

Wie Entscheidungen im Paarkontext getroffen werden, ist auch eines der Hauptthemen der ökonomischen Familienforschung. Beim Fokus auf die Paarebene werden v.a. die für zusammenlebende und gemeinsam wirtschaftende Partner relevanten Themenbereiche Arbeitsteilung, Einkommensverwendung und Fertilität untersucht. Die bisher übliche Vorgehensweise, um die theoretisch hergeleiteten Zusammenhänge empirisch zu prüfen, ist die nicht-experimentelle, meist ökonometrische Analyse basierend auf Umfragedaten oder administrativen Datenquellen.

Gerade aber wegen der Interaktionen im Paarkontext stoßen nicht-experimentelle Analysemethoden hier schnell an ihre Grenzen. Die experimentelle Evidenz zu diesen Fragen ist bisher nur gering ausgeprägt: Es existieren einige wenige Laborexperimente, und aus der Entwicklungsökonomik sind verschiedene Feldexperimente mit Privathaushalten bekannt, deren Ergebnisse potentiell hohe Relevanz für die Familienökonomik haben. Untersucht wird meist die Verwendung von Ressourcen innerhalb einer Familie, v.a. bezüglich Lebensmitteln, Bildung und Kleidung für Kinder, in Abhängigkeit von Interventionen, bei denen unterschiedliche Personen diese Ressourcen erhalten. Die in diesen Studien identifizierten Kausalzusammenhänge liefern wichtige Ansatzpunkte für die Ausgestaltung politischer Instrumente und Rahmenbedingungen in Entwicklungsländern.

Die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf industrialisierte oder gerade im Industrialisierungsprozess befindliche Länder ist jedoch problematisch – ebenso wie die externe Validität der wenigen in Industrieländern durchgeführten Experimente eine offene Frage darstellt. Mit diesem Beitrag versuche ich, die Lücke etwas zu schließen, indem ich einen strukturierten Überblick über alle existierenden experimentellen Studien gebe, in welchen Entscheidungen auf der Paarebene bisher untersucht wurden. Ich ordne die Studien typologisch ein und zeige in einer Ergebnissynthese ihre familienpolitische Relevanz auf. Als Vorbereitung dieser Übersicht folgt nun zunächst eine Erläuterung dessen, was wir in der Familienökonomik eigentlich messen wollen (Theorie), was wir tatsächlich messen (Evidenz), wie wir es mit nichtexperimentellen Methoden bisher messen (Datengrenzen) oder aber experimentell messen könnten (Datenchancen). Der Beitrag schließt mit einer Einschätzung des Potenzials und der Grenzen experimenteller Familienforschung.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reformen und ihre politisch-ökonomischen Fallstricke
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Reformen und ihre politisch-ökonomischen Fallstricke
the author
Prof. Dr. Miriam Beblo
Miriam Beblo

geb. 1970, Dr. rer. pol., Professorin für VWL, insb. Arbeitsmarkt, Migration, Gender an der Universtiät Hamburg, Arbeitsschwerpunkte: Arbeitsmarktökonomik, Familienökonomik und -politik.

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