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Körperbilder und Körperinszenierungen von Jugendlichen - Ernährungsbildung versus Körperkultur
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Körperbilder und Körperinszenierungen von Jugendlichen - Ernährungsbildung versus Körperkultur

18 Seiten · 3,64 EUR
(Mai 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Dieser Beitrag wird das Thema Ernährungsbildung aus der Perspektive moderner Körperlichkeit beleuchten. Dabei gehe ich von einem Verständnis von Ernährungsbildung aus, die auf Korrektur und Entfaltung individueller Handlungsweisen abzielt und damit auch soziale, ökologische und ökonomische Aspekte eines selbst bestimmten und mitverantwortlichen menschlichen Handelns berücksichtigt.

Menschliches Handeln setzt notwendig einen Körper voraus. Entsprechend ist auch soziales Handeln immer ein körperliches Handeln. In einem neueren kulturwissenschaftlichen Verständnis wird diese grundlegende Bedeutung des menschlichen Körpers für die Konstitution gesellschaftlicher Prozesse betont. Im Medium körperlichen Handelns konstruieren Menschen ihre Wirklichkeit(en) . Dies erfordert letztendlich eine systematische Integration der Kategorie Körper in die Konzeption von Ernährungsbildung. Besonders für Jugendliche ist der Körper ein „komplexer Performance-Raum“ für persönliche Ideen und Träume, für Selbstbewusstsein und Wissen seiner Trägerinnen und Träger. Er soll ihnen Respekt und Attraktivität innerhalb ihrer eigenen Gruppe verleihen und nach außen Distanz signalisieren. Wo früher die gesellschaftlichen und familiären Bedingungen die Identität des Menschen vorgaben, sind Jugendliche heute nach dem Verschwinden dieser Werte auf sich selbst zurückgeworfen. Die sich daraus ergebenden Identifikationskonflikte lösen Jugendliche dadurch, dass sie sich Körperinszenierungen aus den Medien aneignen. Kleidung ebenso wie Körperhaltung, Mimik und Gestik werden aufgenommen und in die eigene Handlungsplanung integriert. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Körper selbst zu, der in den Aufführungspraktiken im Zentrum steht und durch Ernährungshandeln geformt wird.

Im Zusammenhang der Ernährungsbildung untersucht dieser Beitrag die Körperbilder und Körperinszenierungen Jugendlicher. Wie und unter welchen Bedingungen werden sie geformt? Wie wirken sich die Praktiken auf das Ernährungshandeln aus? Zunächst wird der Körper in der Gegenwart anhand von Praxisbeispielen als ein soziales Phänomen skizziert, das verschiedene Zugänge herausfordert. Anschließend werden die aktuellen kulturwissenschaftlichen Ansätze von Inkorporierung und Performativität einer „somatic society“ referiert. Drittens soll gezeigt werden, wie der Körper verwendet wird, um Bedeutungen zu transportieren und Aussagen zur Identität zu kommunizieren. Welche Bedeutung haben medial angebotene Körperbilder, wie fließen diese in den Konstruktionsprozess der eigenen Identität von Jugendlichen ein? Abschließend stellt sich die Frage, welche Konsequenzen sich daraus für die pädagogische Praxis der Ernährungsbildung ergeben.

Die folgenden Ausführungen werden nicht nur einen rekonstruktiven Charakter haben, d.h. die Bedeutung der Körperlichkeit in den ernährungsbezogenen Praktiken aufzuzeigen, sie basieren ebenso auf einer programmatischen Konzeption. Dieser programmatische Entwurf betrifft vor allem den Bereich der körperbezogenen Selbstbildungsaktivitäten. Der Körper tritt als hier Produkt und Produzent von Sozialem auf. Meine These ist, dass den sozialen Anforderungen von Kontrolle und Beherrschung von Körper und Identität Tendenzen entgegenstehen, in denen der Körper selbst sich gegen diese Zumutungen und Zurichtungen zu wehren scheint.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ernährung, Kultur, Lebensqualität – Wege regionaler Nachhaltigkeit
Irene Antoni-Komar, Reinhard Pfriem, Thorsten Raabe, Achim Spiller (Hg.):
Ernährung, Kultur, Lebensqualität – Wege regionaler Nachhaltigkeit
the author
Dr. Irene Antoni-Komar
Irene Antoni-Komar

Kulturwissenschaftlerin. Projektkoordinatorin von nascent, zugleich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Organisation und Personal im Department Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Forschungsschwerpunkte sind Ökonomie und Kultur, nachhaltiges Wirtschaften, insbesondere nachhaltige Ernährungswirtschaft und Ernährungskultur.

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