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Konvergenz oder Divergenz?
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Konvergenz oder Divergenz?

Die Standardisierungsarchitekturen, institutionelle Inflexibilität und ökonomische Rationalität

30 Seiten · 6,11 EUR
(08. Juni 2006)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Cornelia Storz fragt nach der Interdependenz zwischen industrieller Organisation und Standardisierungsarchitektur angesichts des Bedeutungsgewinns internationaler Standards. Technische Standards spielen eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Kompatibilität in industriellen Produktionssystemen und tragen maßgeblich zur Senkung der Transaktionskosten bei. Standardisierungsarchitekturen, d.h. Systeme von technischen Regeln, die Produktionsprozesse und Produkte kompatibel machen, weisen zum Teil beachtliche Unterschiede auf. Insbesondere trifft dies auf den Vergleich der japanischen Standardisierungsarchitektur mit der anderer entwickelter Marktwirtschaften zu, hier auch speziell der deutschen Wirtschaft. Während in Deutschland kollektive, insbesondere auf Branchenebene betriebene Standardsetzungen dominieren, spielen in Japan unternehmens- bzw. unternehmensgruppenspezifische Standards eine zentrale Rolle. Japanischen Unternehmen wird in der gegenwärtigen politischen Diskussion vor diesem Hintergrund häufig empfohlen, die firmenzentrierten Standardisierungspraktiken zugunsten von offenen Branchenlösungen aufzugeben. Dies würde, so das Argument, zu einer grundlegenden Revision der japanischen Standardisierungsarchitektur und zu einer maßgeblichen Senkung der Transaktionskosten in der japanischen Industrie beitragen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken.

Die Autorin räumt ein, dass bei der Einführung allgemeiner Standards für – aus Unternehmenssicht – unkritische Bauteile industrieller Produkte durchaus ein beachtliches Rationalisierungspotenzial freigesetzt werden könnte. Sie weist aber zugleich darauf hin, dass die japanischen Unternehmen bei einer völligen Übernahme des „westlichen“ Standardisierungsmodells gewichtige ökonomische Vorteile der bislang dominierenden Standardisierungspraktiken verlieren würden. Exklusive Standards mögen zwar hinsichtlich der economies of scale ineffizient sein, können sich indessen im Bereich der adaptiven Effizienz durchaus als überlegen erweisen. Exklusiv definierte Standards leisten z.B. im Rahmen des „Clubs“ der partizipierenden Unternehmen einen Beitrag zur Vertrauensbildung, stärken mithin die Gruppenbildung und erleichtern Flexibilität und Wissenstransfer. Vor diesem Hintergrund erscheint ein genereller Paradigmenwechsel in der japanischen Standardisierung als wenig angemessen. Eine Annäherung an das westliche Modell dürfte sich daher lediglich im Bereich der Standardisierung unkritischer Bauteile vollziehen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Konvergenz oder Divergenz?
Cornelia Storz, Bernhard Lageman (Hg.):
Konvergenz oder Divergenz?
the author
Prof. Dr. Cornelia Storz
Cornelia Storz

ist seit 2001 Professorin für Japanische Wirtschaft an der Philipps-Universität Marburg und Geschäftsführende Direktorin am Japan-Zentrum der Philipps-Universität Marburg.

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