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Sunday, May 19, 2019
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Netzwerkgovernance

Effektivität und Legitimität der Global Governance in multisektoralen Verhandlungsnetzwerken aus Sicht eines Ressourcenorientierten Stakeholder-Ansatzes

"Ethik und Ökonomie"  · Band 10

356 Seiten ·  36,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-814-5 (Juli 2010 )

 
 

Tragen transnational tätige Unternehmen neben einer "ökonomischen" auch eine "gesellschaftliche Verantwortung"? Sind zivilgesellschaftliche Organisationen, wie NGOs, dafür verantwortlich, einen Beitrag zur Lösung der von ihnen angeprangerten Probleme zu leisten? Und sollte das Handeln internationaler politischer Akteure nicht nur wirksam, sondern auch legitim sein?

Diese Fragen verdeutlichen, dass sich in einer globalisierten Welt die gesellschaftlichen Akteure mit zwei grundlegenden Problemen konfrontiert sehen. Einerseits müssen sowohl Unternehmen, als auch politische und zivilgesellschaftliche Organisationen ihre individuellen Ziele erreichen und insofern effektiv sein, andererseits sind die Akteure gefordert, ihr Handeln gesellschaftlich zu legitimieren. In diesem Spannungsfeld zwischen Effektivität und Legitimität gewinnen Netzwerke an Bedeutung, die alle drei Sektoren, d.h. Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, in die Bearbeitung globaler Probleme einbinden. Die Vorteilhaftigkeit dieser Netzwerkgovernance wird darin gesehen, dass das Management globaler Probleme - oftmals als Global Governance bezeichnet - nur durch ein Zusammenwirken wirtschaftlicher, politischer und zivilgesellschaftlicher kollektiver Akteure zu bewältigen sein dürfte.

Diese Arbeit widmet sich daher der Fragestellung, inwiefern die Beteiligung privater Akteure zu einer Überwindung des Effektivitäts- und Legitimitätsdefizits der Global Governance beitragen kann. Untersucht werden hierzu in erster Linie so genannte Verhandlungsnetzwerke, in denen ethische Verhaltensstandards für Organisationen entwickelt werden. Dazu wird ein Ressourcenorientierter Stakeholder-Ansatz (RSA) entworfen, der das Verhalten von Organisationen auf Basis von Ressourcenabhängigkeiten erklärt. Aus wirtschaftsethischer Sicht sind dabei insbesondere die Abhängigkeiten von den Ressourcen "ökonomische" und "moralische Legitimität" von Bedeutung. Diese spiegeln die Notwendigkeit eines zugleich effektiven und legitimen Handelns der gesellschaftlichen Akteure wider. Die Netzwerkgovernance bietet Organisationen demnach die Möglichkeit, individuelle Abhängigkeiten von Ressourcen bzw. den Besitzern der Ressourcen (Stakeholder) zu reduzieren und somit zugleich zur Effektivität und Legitimität ihres Handelns beizutragen.

pw-portal.de, Portal für Poltikwissenschaft, Hamburg, erschienen 4.1.2011

Der Autor definiert Netzwerk-Governance als eine partnerschaftliche Koordinierung von Ressourcenabhängigkeiten wirtschaftlicher, zivilgesellschaftlicher und politischer Akteure. Er fragt, inwiefern die Beteiligung privater Akteure bei der Entwicklung ethischer Verhaltensstandards zu einer effektiven und legitimen globalen Steuerung beitragen kann. Die für diese Zusammenarbeit erforderliche Koordination erfolgt im Rahmen von sogenannten Verhandlungsnetzwerken. Deren Effektivität und Legitimität bei der Entwicklung ethischer Verhaltensstandards steht im Zentrum dieser Untersuchung. Der Autor überprüft die Effektivität und Legitimität der entwickelten Standards mithilfe des "Ressourcenorientierten Stakeholder-Ansatzes (RSA)". Dies geschieht anhand des Runden Tisches für ein nachhaltiges Palmöl und des Verhaltenskodexes der Kaffeeproduzenten. Wannenwetsch konstatiert, dass die in den Fallstudien aufgezeigten ethischen Verhaltensstandards eine sich gegenseitig bedingende moralische und eine ökonomische Dimension besitzen: So ist das Verhalten von Organisationen im Rahmen des ressourcenorientierten Stakeholder-Ansatzes darauf ausgerichtet, zur Sicherung des langfristigen Überlebens die Unsicherheiten zu reduzieren, die sich aus der Abhängigkeit von Ressourcen ergeben. Darüber hinaus benötigten Organisationen aber auch eine gesellschaftliche Legitimation. Diese umfasst nach Auffassung des Autors sowohl eine moralische als auch ein ökonomische Komponente. Wannenwetsch argumentiert, dass die in Verhandlungsnetzwerken entwickelten Verhaltensstandards als vertragliche Vereinbarungen über den Austausch von Ressourcen zu bewerten sind, und dass damit auch die Ressourcen moralische und ökonomische Legitimität Gegenstand des Austausches seien. Da diese Faktoren im globalen Kontext von erheblicher Bedeutung sind, könne die Netzwerkgovernance damit zur Effektivität und Legitimität der Global Governance beitragen.


the author
Dr. Felix Wannenwetsch
Felix Wannenwetsch Lehrstuhl-Team Wirtschafts- und Unternehmensethik, Universität Hohenheim
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