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Politische Theorien globaler Ordnung

Realistische Entwürfe oder nur Utopien?

257 Seiten ·  34,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-737-7 (März 2009 )

 
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Die politische Philosophie beschäftigt sich mit dem Problem, wie Menschen in Gesellschaften zusammenleben können und - aus ethischer Sicht - sollen. Aber sind die Konzeptionen, die von den verschiedenen Strömungen dieser Disziplin aufgestellt werden, auch realistisch? Haben sie also eine Chance auf Verwirklichung? Diese Frage stellt sich besonders im Hinblick auf die globale Ebene, wenn es also nicht nur um die Ordnung innerhalb einer Gesellschaft geht, sondern auch um das Verhältnis zwischen verschiedenen Gesellschaften und speziell zwischen den einzelnen Staaten. Eine ökonomisch fundierte Ethik kann darauf eine Antwort geben, da diese die Implementierung konstitutiv in ihre Theoriekonstruktion einbezieht. Deshalb werden aus dieser Sicht verschiedene prominente Theorien globaler Ordnung untersucht. Als Bezugspunkt dient dabei der Entwurf von Immanuel Kant, der sich - speziell in seinem Werk "Zum ewigen Frieden" - schon im 18. Jahrhundert mit dem Problem einer globalen Ordnung zur Sicherung des Friedens zwischen den Staaten beschäftigte.

Um dieses Vorgehen zu rechtfertigen, wird zunächst gezeigt, dass Ethik generell die Grundlage der politischen Philosophie bildet. Da es in dieser Arbeit darum geht, ob es eine stabile globale Ordnung geben kann, müssen konsequenterweise die Stabilitätsbedingungen von Moral untersucht werden. Es zeigt sich, dass es dafür nötig ist, die Interessen konstitutionell in die Ethik mit einzubeziehen, dass Ethik also ökonomisch fundiert werden muss. Vor diesem Hintergrund wird das Phänomen der Globalisierung untersucht. Dies bildet die Struktur, an der die verschiedenen Theorien zu einer globalen Ordnung diskutiert werden.

Anschließend werden die Positionen im Einzelnen dargestellt. Es ist dies zunächst der Entwurf Immanuel Kants, der als Basis für alle folgenden Ethiktheorien und als Beispiel für eine frühe Position in der Globalisierung dient. Danach werden John Rawls als Vertreter einer liberalen Theorie, Otfried Höffe, der sich mit seiner Konzeption einer Weltrepublik explizit in die Tradition der Philosophie von Kant stellt, Karl-Otto Apel für die Diskursethik und Amitai Etzioni von kommunitaristischer Seite besprochen. Anschließend werden noch kurz die Grundlagen einiger moderner Konzeptionen angedeutet. Die Diskussion und Kritik dieser Ansätze dient dazu, Anforderungen für eine Theorie globaler Ordnung auf Basis einer ökonomischen Ethik zu entwickeln.

WeltTrends - Zeitschrift für internationale Politik, Mai/Juni 2010, S.- 116-117 ()

""Gibt es eine globale Ordnung ohne Zentralmacht"? Dies ist die Kernfrage des Buches, die sozusagen von Königsberg aus beantwortet werden soll. Schon beim Klassiker Kant sieht der Autor den Einschlag zu einer - seiner Ansicht nach - begrüßenswerten ökonomischen Kehre gegeben, um die Kernfrage zu beantworten. Dies wird deutlich, wenn er im Modernitätsdiskurs die Argumentation der Kantschen Rechtslehre, die auch den Interessenwiderstreit einzelner Akteure im Geflecht von sozialen und politischen Institutionen rekurriert und die Aushandlung einer stabilen Widerstreitsordnung bedenkt, gegenüber der Kantschen Morallehre, die sich übersteigern auf die individuelle Einsicht in das eigentlich ethisch Gebotene konzentriere, aufwertet. Die politische Struktur überformt die moralische Gesinnung: moralisch zu handeln ist wichtiger als moralisch zu sein."


the author
Dr. Rainer Opgen-Rhein
Rainer Opgen-Rhein Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitant an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Seminar für Wirtschaftstheorie, München
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