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Schwangerschaft auf Abruf

Vorgeburtliche Diagnose und die Zukunft der Mutterschaft

278 Seiten ·  14,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-926570-50-5 (Juni 1989 )

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Mit den pränatalen Diagnosemethoden lassen sich bestimmte Behinderungen bereits während der Schangerschaft erkennen. Die Medizin bietet sie uns als Fortschritt an, der neue Wahlmöglichkeiten eröffnet und Frauen eine erweiterte Kontrolle über ihre Reproduktion durch selektive Abtreibung ermöglicht.

Barbara Katz-Rothman zeigt in diesem Buch, dass diese Technologie schwerwiegende moralische, emotionale und gesellschaftliche Probleme aufwirft und Schwangerschaftserfahrung und Mutterschaft stark verändet hat.

Ihr geht es vor allem um die Frage, welche Erfahrungen Frauen mit Amniozentese und Abtreibung aufgrund eines nicht "perfekten" Fötus gemacht haben. Einfühlsam und beeindruckend präzise beschreibt sie anhand vieler Interviews die leidvollen Stadien, die Frauen bei der Amniozentese durchmachen: die Entscheidung für oder gegen den Test, die Hölle des Wartens auf das Ergebnis, tiefe Trauer und Leid bei einer "schlechten" Nachricht, die Qual einer bewußten Entscheidung für ein behindertes Kind oder für einen Schwangerschaftsabbruch, die besonderen Probleme einer späten Abtreibung. Sie zeigt aber auch die gesellschaftlichen Konsequenzen der pränatalen Diagnostik auf, etwa die Umwandlung gesellschaftlicher Probleme in private Tragödien, die Heraufsetzung des Qualitätsstandards und steigende Verantwortung der Frauen für ihr "Produkt", die Gefahr von Geschlechtsselektion, die Verschiebung unserer ethischen Wertmaßstäbe u.a.

Barbara Katz Rothman richtet sich an alle, die von den neuen Reproduktionstechnologien betroffen sind. Darüber hinaus vermittelt sie viele Einsichten, wie in unserer Gesellschaft mit neuen Technologien umgegangen wird, wie tief diese in unser Leben eingreifen und wie problematisch und begrenzt die "Lösungen" sind, die die pränatalen Diagnosetechniken anzubieten haben.

Feministische Studien 2/1992, S. 157-159 ()

"'Schwangerschaft auf Abruf', das Buch der US amerikanischen Soziologin Barbara Katz Rothman, kann inzwischen bereits als Klassiker des Gebietes bezeichnet werden. Anhand von Interviews mit verschiedenen Gruppen von Schwangeren sowie genetischen Beraterinnen stellt die Autorin schlüssig dar, welche Auswirkungen bereits die Entscheidung für oder gegen den Test auf das Schwangerschaftserleben hat. Schwangere, die auf das Ergebnis einer Fruchtwasseruntersuchung warten, das selten vor der 20. Schwangerschaftswoche vorliegt, bemühen sich - manche bewußt, sehr viele aber auch unbewußt -, bis zur Mitteilung des Ergebnisses keine starke emotionale Bindung zur Schwangerschaft zu entwickeln, um ein möglicherweise schlechtes Ergebnis besser verkraften zu können. Wie stark die unbewußte Komponente ist, zeigt sich auch daran, daß Frauen, die eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen ließen, erst in einem fortgeschritteneren Stadium der Schwangerschaft Kindsbewegungen verspüren als Frauen, die sich gegen eine Testung entschieden. Aufschlußreich ist ebenfalls, wie stark sich bereits das vorgeburtliche Wissen um das Geschlecht des Fetus - ein bisher weitgehend unbeachteter 'Nebenaspekt' der Testung - uf das Schwangerschaftserleben auswirkt.

Das Ergebnis einer 'Schwangerschaft auf Probe' mit der Konsequenz, ein Kind als Produkt anzusehen, das bestimmten Qualitätskriterien zu entsprechet hat, scheint die zwangsläufige Folge des Testangebots zu sein. Die Autorin erläutert die begrenzten Aussagemöglichkeiten einer vorgeburtlichen Chromosomenuntersuchung sowie die oft unterschlagene Gefahr von Fehldiagnosen.

Katz Rothman stellt die vorgeburtliche Diagnostik schlüssig in einen historischen Zusammenhang mit der Entwicklungsgeschichte der Abtreibung, der aufkommenden Sicht auf den Fetus als 'Patienten' und der Etablierung der genetischen Beratung. Ausführliche Interviewzitate wurden thematisch zusammengefaßt und stellen anschaulich verschiedene Umgangsweisen von Schwangeren mit der Problematik dar. In zwei Anhängen sind auf wenigen Seiten noch einmal sehr differenzierte Argumente für und gegen die Testung aufgeführt, die Hilfen zur Entscheidungsfindung bieten. Insgesamt also ein sehr wichtiges Buch, das Schwangeren in verständlicher Form viel Nachdenkenswertes vermittelt, ohne einseitig beeintlussen zu wollen."



Deutsche Krankenpflegezeitschrift 2/1990 ()

"Das Buch von Barbara Katz Rothman ist gut verständlich geschrieben (und übersetzt), ohne den komplizierten Sachverhalt unangemessen zusimplifizieren. Es kann allen, die sich mit Fragen des Technologieeinsatzes in unserer Gesellschaft beschäftigen, zur Lektüre sehr sehr empfohlen werden. Es vermittelt eine Reihe von Einsichten, welche Folgen bedacht werden müssen und wie damit umgegangen wird. Das Buch kann daher sehr wohl auch Frauen an die Hand gegeben werden, die vor der schwierigen Entscheidung stehen, eine pränatale Diagnostik durchführen zu lassen oder nicht.

Die Autorin kann als Ergebnis ihrer Untersuchung nicht eine klare Position beziehen, weder für noch gegen die pränatale Diagnostik. Indem sie die zahlreichen Implikationen diskutiert, die sich aus der Möglichkeit der pränatalen Diagnostik ergeben, gibt sie eine Hilfestellung zum Finden einer eigenen Entscheidung, auch gibt sie am Ende des Buches konkrete Hinweise, was bei einer Entscheidung im einzelnen bedacht werden sollte."




dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Koryphäe Nr. 8, Oktober 1990
  • Medizinische Genetik 1/1992, S. 67-68
  • "Insgesamt also ein sehr wichtiges Buch, das Schwangeren in verständlicher Form viel Nachdenkenswertes vermittelt, ohne einseitig beeintlussen zu wollen." ...
    Feministische Studien 2/1992, S. 157-159 mehr...
  • Das Argument, 185/1991, S. 147-148
  • Konkret Juni 1990, S. 16-19
  • Wege zum Menschen, Heft 2, Febr./März 1990
  • "Es kann allen, die sich mit Fragen des Technologieeinsatzes in unserer Gesellschaft beschäftigen, zur Lektüre sehr sehr empfohlen werden." ...
    Deutsche Krankenpflegezeitschrift 2/1990 mehr...
  • Deutsche evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, ND 2/1990
  • ekz-Informationsservice, 43/1989
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