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Grundlegung einer Kritischen Theorie des Wirtschaftswachstums

Normative Maßstäbe und kausale Zurechenbarkeit von Wachstumsproblemen

270 Seiten ·  29,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1458-6 (September 11, 2020) )

Ausgezeichnet mit dem Zweiten Preis des Deutschen Studienpreises der Körber Stiftung 2021 in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften.

 

Jede Kritik beruht auf Voraussetzungen. Die Überzeugungskraft von Kritik hängt davon ab, in welchem Maße sie diesen Voraussetzungen gerecht wird. Ein Urteil gehaltvoll begründbar zu machen, bezeichnet das eigentliche Anliegen von Kritik. Sofern die Wachstumskritik mit dem Anspruch auftritt, eine auf das Wirtschaftswachstum gerichtete emanzipative Gesellschaftskritik zu sein, erschließt sich der an sie herangetragene Beurteilungsrahmen daraus, was eine emanzipative Gesellschaftskritik im Allgemeinen leisten muss, um ihren Gegenstand angemessen zu bestimmen und zugleich eine tragfähige Perspektive für dessen Transformation zu benennen. Wachstumskritik hat sich daher an der Kohärenz eines kritischen Standpunktes zu messen - als einer mit analytischer Differenzierung und normativen Erwägungen verfahrenden Reflexion über ambivalente Vergesellschaftungsprozesse.

Inwieweit kann die Wachstumskritik zeigen, dass das Wachstum die allgemeinen Verwirklichungschancen menschlicher Lebensführung gefährdet, statt bloß konträr zu spezifischen Lebenseinstellungen zu sein? Und inwieweit wahrt die Wachstumskritik ihre Konturenschärfe angesichts einer Diskursüberlappung mit der Kritik an einer neoliberalen Globalisierung? - Ist hier das Wachstum an sich als Problem in den Blick zu nehmen oder die Art, wie es unter einem globalisierten neoliberalen Paradigma vorangetrieben wird? Im vorliegenden Werk wird geprüft, ob, in welcher Weise und wie zwangsläufig das Wirtschaftswachstum zum einen Wohlfahrtsparadoxien generiert und zum anderen Naturbeherrschung in Naturzerstörung umschlagen lässt. Am Ende dieses Durchgangs steht die Unterscheidung von Kritiklinien, die den Ansprüchen einer emanzipativen Gesellschaftskritik gerecht werden, und solchen, die diesen nicht genügen. Die Kritik am Wirtschaftswachstum muss sich von einigen ihrer liebgewonnenen Argumente trennen, kann dadurch aber ihre Überzeugungskraft und politische Anschlussfähigkeit zu einem Zeitpunkt entscheidend stärken, an dem gerade die problematischsten Aspekte des Wirtschaftswachstums besonders akut hervortreten und die Umsetzung einiger wachstumskritischer Forderungen daher mit zeitlicher Dringlichkeit geboten ist.

Der Philosoph Tobias Vogel wurde mit seiner an der Ruhr-Uni Bochum geschriebenen Dissertationsschrift über die Grundlegung einer Kritischen Theorie des Wirtschaftswachstums mit dem Zweiten Preis des Deutschen Studienpreises der Körber Stiftung 2021 in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften ausgezeichnet. Der Deutsche Studienpreis will deutsche Promovierte auszeichnen, die eine fachwissenschaftlich exzellente Promotionsarbeit mit besonderer gesellschaftlicher Bedeutung angefertigt haben. In den Sektionen Geistes- und Kulturwissenschaften, Natur- und Technikwissenschaften und Sozialwissenschaften werden jeweils ein Erster Preis und zwei Zweite Preise vergeben. Der Deutsche Studienpreis verzeichnete dieses Jahr knapp 700 Einreichungen und die neun vergebenen Preise sind zusammengenommen mit 105.000 Euro dotiert. Tobias Vogels Dissertation ist bei uns als Monographie erschienen mit dem Titel "Grundlegung einer Kritischen Theorie des Wirtschaftswachstums. Normative Maßstäbe und kausale Zurechenbarkeit von Wachstumsproblemen".

Zu den PreisträgerInnen 2021 (mit Abstracts und Essays):
https://www.koerber-stiftung.de/deutscher-studienpreis/preistraeger/2021

Zum Interview beim Wissensblog:
https://wissenblog.de/gruenes-wachstum-fuehrt-uns-kaum-aus-der-klimakrise

Der Autor:
Dr. Tobias Vogel
Philosoph und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Witten/Herdecke, Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft


the author
Dr. Tobias Vogel
Tobias Vogel Philosoph und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Witten/Herdecke, Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft
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