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Friday, April 19, 2019
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Wohlstand, Wachstum, Gutes Leben

Wege zu einer Transformation der Ökonomie

186 Seiten ·  19,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1037-3 (September 2013 )

 
 

Ein neuer Leitbegriff macht die Runde: die Große Transformation. Gemeint ist damit der entschlossene Durchbruch zu einer stark nachhaltigen Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung, in der die erkennbaren Grenzen der planetarischen Belastbarkeit im Mittelpunkt der Entscheidungen stehen. Die technologischen Mittel für ein entschiedenes Umsteuern sind vorhanden - aber es braucht weit mehr politischen und ökonomischen Willen, um in dem noch verbleibenden engen Zeitfenster den Wandel zu schaffen. Eine bloße, inhaltlich leere Wachstumsorientierung im Sinne eines schlichten: Weiter so! - darin sind sich die Autoren des Bandes einig -, ist schädlich und führt zur Akkumulation beträchtlicher Risiken.

Die Beiträge des vorliegenden Bandes diskutieren die Notwendigkeit der Transformation auf drei Ebenen: politisch, ökonomisch und im Blick auf Fragen nach Eigennutz, Glück und Empathie - also Kriterien eines guten Lebens. Damit liefert der Band Einblicke in die laufende Debatte um eine Abkehr von einer rein quantitativen Wachstumslogik, die nicht zuletzt auch mit einseitigen Menschenbildern in der Ökonomik zu tun hat.


Gerhard Wegner:
Zur Problematik des Wachstums

Michael Sommer (Bundesvorsitzender des DGB):
Wohlstand ohne Wachstum - Eine sinnvolle Alternative?

Nikolaus Schneider (Ratsvorsitzender der EKD):
Ethik des Genug - Impulse aus der Ökumene und kirchlichen Entwicklungsarbeit

Michael Müller:
Herausforderung Antropozän. Die große Transformation - zweiter Teil

Hans Diefenbacher, Dorothee Rodenhäuser:
Wachstum und Wohlstand nach 25 Jahren Diskussion. Wo stehen wir?

Andreas Mayert:
Ist bewusste Wachstumsbegrenzung eine sinnvolle Strategie?

Klaus Seitz:
Sackgassen einer nachholenden Entwicklung - Alternative Strategien der Armutsbekämpfung

Jan Delhey:
Wachstum oder Glück? Maßstäbe des Lebens - Ziele der Gesellschaft?

Christian Kirchner:
Wachstum, Ökonomik und Eigennutz
Portal für Politikwissenschaft, veröffentlicht am 10.04.2014. ()

"Zweifel an einem rein wachstumsorientierten Wirtschaftsmodell gibt es nicht erst, seitdem der Club of Rome die "Grenzen des Wachstums" aufgezeigt hat. Doch gegenwärtig nimmt die wissenschaftliche Literatur, die warnt und Alternativen aufzeigt, erkennbar zu. Dazu zählt auch dieser Sammelband, in dessen Einleitung Herausgeber Gerhard Wegner eines der größten Hindernisse für eine Neuausrichtung des Wirtschaftssystems herausstellt: das Paradoxon, dass "ein wirklich durchgreifender Umbau des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems mit dem Ziel der Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2030 mit dermaßen hohen Kosten verbunden ist, dass es sich ohne eine erhebliche Wachstumsdynamik der modernen Wirtschaft überhaupt nicht erreichen lässt" (17). Diesen Faden nimmt Andreas Mayert auf und fragt: "Ist Wachstumsbegrenzung eine sinnvolle Strategie, zukünftigen Herausforderungen zu begegnen?" (89 f.). Er steht der Betrachtung einer künstlichen Wachstumsbegrenzung als "Allheilmittel für wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen" (91) skeptisch gegenüber und untersucht daher, ob sich überhaupt gesicherte Aussagen über die negativen Folgen des Wachstums treffen lassen. Anschließend erörtert Mayert sorgfältig die politische Durchsetzbarkeit einer Wachstumsbegrenzung auf nationaler und internationaler Ebene und erläutert dabei - für den begrenzten Rahmen bemerkenswert detailliert - die zu erwartenden Hindernisse und Bedingungen. Er zieht das Fazit, dass "artifizielle Wachstumsbegrenzung begründbar und mithilfe intergenerationaler Umverteilung auch durchsetzbar wäre - wenn [...] die Welt ein einzelner Staat mit regional ähnlicher ökonomischer Entwicklung wäre" (121). Auch Michael Müller vertritt die Meinung, dass es mit einer bloßen Wachstumsbremse nicht getan ist. Er legt dar, warum eine zweite große Transformation vonnöten ist, um gegenwärtigen und zukünftigen Krisen zu begegnen, und beklagt, dass die großen Zusammenhänge außer Acht gelassen werden: "Weil es keine durchdachte Politik zur sozialökologischen Transformation gibt, kommt in Deutschland auch die Energiewende nicht voran. [...] Die Debatte wird reduziert auf den Strombereich und dort auf das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). [...] Eine Energiewende erfordert aber neue Strukturen, vornehmlich den Umbau des Energiesystems in Richtung auf Dezentralität und Energiedienstleistungen, und sie stellt in aller Schärfe Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen." (62 f.)

Ökologisches Wirtschaften, Heft 1, 2014 ()

"Die aufgezeigten Wege zu einer Transformation der Ökonomie sind Denkanstöße, die von unterschiedlichen Perspektiven und Systemgrenzen aus die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels im Wachstumsdiskurs beleuchten, der dann schließlich zur notwendigen Entkopplung von Wachstum und Ressorucenverbrauch führen könnte. Die Lektüre könnte mit dazu betragen, die Blockaden zur Umsetzung dieser Erkenntnis in politisches und alltägliches Handeln zu überwinden und damit die Wege der Transformation weiter zu konkretisieren. Das Buch eignet sich für Leser(innen), die verschiedene Kritikansätze am Wachstumsparadigma kennenlernen möchten."


the editor
Prof. Dr. Gerhard Wegner (Marburg)
Gerhard Wegner (Marburg) Apl. Prof. für Praktische Theologie an der Universität Marburg. Mitglied des Präsidiums des Diakonischen Werks der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und Mitglied des Aufsichtsrates der Diakonie Himmelsthür (seit 2007). Er war Mitglied der Regierungskommission für den 6. Altenbericht. Gerhard Wegner ist im Beirat Gemeinwesendiakonie, Diakonisches Werk der EKD, und ständiger Gast der Kammer der EKD für soziale Ordnung. Seit Sommer 2011 ist er Mitglied des Fortschrittsforums der Friedrich-Ebert- und Hans-Böckler-Stiftung und Mitglied des Nachhaltigkeitspanels der Volkswagen AG. [weitere Titel]
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